Teil eines Werkes 
2. Band (1831) Wohlthat um Wohlthat
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ob ihn das Rachholen langverfäumter Pflichten nicht zu ſehr im Vaterlande beſchäftigt, um ihm

eine weite Reiſe zu verſtatten, blos um einige

alte Bekannte wieder zu ſehen, die ihn eben ſo ſehr tadeln, als lieben mußten.“ Während dieſes Geſprächs war der Reiſe⸗

wagen langſam näher gekommen, und der Kut⸗

ſcher lenkte jetzt in den Hof. Der Poſtmeiſter

eilte herbei, das Nöthige wegen des Umſpannens bei ſeinen Leuten zu beſorgen, und auch Lohr⸗ bach trat herzu, einen Blick auf den Inhalt

des Fahrzeugs zu richten. Zwei Diener ſpran⸗

gen vom hohen Sitz herab, und eilten an den

Schlag; aber mancherlei Vorkehrungen, die ſie

trafen, und die zögernde Behutſamkeit, womit ſie zu Werke giengen, ließen ſogleich ahnen, daß man es hier mit einem kranken Gaſt zu thun

habe. Eine hohe, hagere Geſtalt mit bleichem,

eingefallenen Geſicht ward mühſam aus dem, mit Gardinen verhängten, Wagen herausgehoben,

und ſtand nun, auf einen der Bedienten geſtützt,

ſich umſchauend da. „Gottlob!“ ſagte der Reiſende mit hohltönen⸗