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noch eine gute halbe Stunde bleiben und dieſe laßt uns auf die beſtmögliche Weiſe anwenden. Euch Alle rufe ich auf, die Ihr aus der eaſtaliſchen Quelle getrunken, labet Euch nach der Reihe, jeder mit einem Trunk ihres edeln Waſſers. Dieſer ſilberne Pokal voll des reinſten Weines lohne Eure Gabe!“ „Er iſt unverbeſſerlich,“ ſchluchzte Frau Hooft. d Die hochbegabten Freunde aber glaubten der Auffor⸗ derung des dem Tode ſo Nahen Folge leiſten zu müſſen und van der Gves wollte eben ſeine Verſe beginnen, als ein Sergant der Hauptwache angemeldet und eingelaſſen wurde. Er brachte dem präſidirenden Bürgermeiſter einen der Schlüſſel des Kaſtens, worin der Schlüſſel des Haupt⸗ thores verwahrt wurde. Als der Sergant ihn überreichte, griff Valkenier darnach, ſei es mit Abſicht, ſei es aus bloßer Höflichkeit. „Noch nicht!“ ſprach Hooft mit ſolchem Nachdruck, daß Jener erblich; und als er den Schlüſſel in der Hand hielt, fuhr er fort: „Die Schlüſſel ſind hier wenigſtens eben ſo ſicher vor England und Oranien, als anderswo vor Frankreich.“ Doch ſeine Stimme wurde ſchwächer und war bei dem letzten Worte ſo ſchwach, und der Blick, welchen er ſeinem Amtsgenoſſen dabei zuwarf, war ſo ganz der eines brechenden Auges, ſein Körper ſank ſo ſteif in den Arm⸗ ſtuhl zurück, daß alle mit dem Rufe: „Er iſt todt!“ von ihren Sitzen aufſprangen. Man wollte ihn umringen, ihm Hülfe anged eihen laſſen, doch Frau Hooft erhob ſich und ſprach mit großem Ernſt:
„Es wird nur ein Anfall von Schwäche ſein, deren er oft bekommt — darum, Gerrit, rufe die, welche in dem Nebenzimmer warten und begleite die Freunde bis 3 zur Hausthür! mein Mann will nicht in ihrer Gegenwart ſterben.“
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