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Yſtrom lebe und ſein Sänger mit ihm; es gilt Euch, Herr Antonides van der Goes!“
Während die Becher hell erklangen, tönte plötzlich der dumpfere Schall der Thorglocke ſchauerlich dazwiſchen. Das war ein ſcharfer Mißton in das Feſt, welches ſchon im Voraus als ein Leichenmahl angekündigt war. Die trübe Stimmung vermehrt ſich noch, als nun Frau Hooft, welche vor einer Weile den Saal verlaſſen hatte, mit rothgeweinten Augen und todtenbleich eintrat und einen Blick voll höchſter Seelenangſt auf ihren Gemahl werfend, wieder Platz nahm. Sie flüſterte ihrem Nachbar, dem Schöffen Sir einige Worte in's Ohr, welche dieſer wieder ganz leiſe ſeinem Nachbar mittheilte und die dann im ganzen Kreiſe die Runde machten und nur nicht zu Hooft drangen.
Jetzt ſtand Jan van Brockhuiſſen auf und ſprach mit tiefem wehmüthigem Ernſt, aber in feſtem Tone zu dem Hausherrn:
„Achtbarer und würdiger Freund, Ihr habt uns ein⸗ geladen, um mit Euch Eure letzten Lebensſtunden heiter zu verbringen und Jeder von uns hat dazu das Seine gethan und zwar ſo, daß Keiner von uns an des Schlimmſte glaubten konnte. Es könnte aber doch wahr werden und würde es wahr, dann hätten Eure nächſten Verwand⸗ ten ein Recht auf die letzten Augenblicke; darum iſt es unſere Pflicht, uns zu verabſchieden und Euch mit ihnen allein zu laſſen.“
Hooft lachte laut auf.
„Ei, mein kriegsluſtiger Dichter, oder beſſer, mein dichteriſcher Held, Ihr ſteht weder an der Spitze Eurer Compagnie, noch auf dem Parnaß; da mögt Ihr befehlen, aber hier nicht! Meine Stunde kam noch nicht und die EFure ebenſowenig; ich werd's Euch ſchon ſagen, darüber könnt Ihr ruhig ſein. Oder glaubt Ihr, daß ich dieſe ſchönen Frauen zu Zeugen meines letzten Seufzers haben wollte ? Solch ein Barbar bin ich nicht, wenn ich gleich ein Laie in der edeln Kunſt der Poeſie bin. Ihr könnt


