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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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und vor dem Tod zittert, der doch der beſte Freund iſt, welchen er für ſeine Ruhe und ſeinen Ruhm anrufen kann.“

„Ich habe einen beſſern Platz als ich verdiene,“ er⸗ wiederte Catharina Lescaille beſcheiden, aber es ſchmerzt mich mehr, als irgend Jemand, daß unſer großer Dichter ſo untergeht. Es iſt jammervoll, ihn in ſo hohem Alter in ſolch einer Todesangſt, ihn, der einſt ſo kräftig war, ſo ſchwach zu ſehen, und es wird mir wahrlich ſauer, einen ganzen Abend hindurch den lahmen Reimereien des Man⸗ nes Beifall klatſchen zu müſſen, der uns einſt ſo göttliche Geſänge ſchenkte.“

„Das ſoll Niemand mir nachſagen können,“ flüſterte Hooft zu ihr. „Ich ſterbe, Gott Dank, wie ich gelebt habe, und bitte Euch um kein Leichencarmen, wohl aber um ein witzig Wort über dieß Feſt im erſten Freundeskreiſe, in welchem Ihr den Vorſitz führt.“

Valkenier, der dieß nicht gehört hatte, erwiederte jetzt auf Catharinas letzte Bemerkung:

„Und dennoch hält er ſich noch für zu gut, das Hoch⸗ zeitsgedicht zu machen, um welches ich ihn für meinen Neffen bat; und ſolchen Leuten gibt die Stadt Aemtchen und Stellen.“

„Ihr habt Recht, Collega! Es iſt eine Schande für die Stadt und höchſt unrecht von ihrer Behörde,“ fiel Hooft ein. „Der Mann hat ihr ſchon zu viel Ehre ge⸗ macht, als daß ſie ihn jet noch das kärgliche Brod ver⸗ dienen laſſen dürfte, welches ſie ihm gibt. Ich bin glück⸗ licherweiſe nicht einer von denen, welche dafür geſtimmt haben, daß man Vvudel in dem Leihhauſe anſtellen ſolle,“ fügte er hinzu und fuhr dann fort, mit der Hand über die Stirne fahrend:

„Es iſt jetzt nicht mehr an der Zeit, dieß zu ändern, weder für ihn. noch auch für mich, und darum weg mit allem Aerger darüber und laßt uns lieber einen Becher der Quelle von Amſterdams Wohlſtand bringen. Der

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