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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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zunächſt der junge van Wolenburg, der ſich mit Willen der Thüre zunächſt geſetzt hatte, damit er ſich um ſo un⸗ bemerkter entfernen könne, wenn Frau Hooft es für nöthig halten ſollte. Wie unwahrſcheinlich es ihr auch vorkam, daß ihr Gatte ſein Ende nahen fühlte, ſo hatte ſie doch heimlich zur Vorſorge den Arzt rufen laſſen und ſie er⸗ wartete ihn jetzt mit jedem Augenblick, um ihn ernſtlich über den Zuſtand ihres Gemahls auszufragen.

Trotz Allem, was Hooft auch anwandte, war das Feſt nicht nach ſeinem Wunſch ausgefallen; die Mitglieder ſeiner Familie, welche ihn als ſehr phantaſtiſch kannten, hätten gern nicht geglaubt, daß dieß Mahl ein Abſchieds⸗ mahl ſei, aber ſein Zuſtand war doch ſo gefährlich und er machte durch ſeine Handlungsweiſe jede Hoffnung auf Beſſerung ganz zu nichte. Das ſtimmte ſie ſehr trüb und ſie vermochten nicht, dieß zu verhehlen, wie viel Mühe ſie ſich auch darum gaben. Hoofts Feinde waren vielleicht noch gezwungener und ſie fühlten ſich noch weniger be⸗ haglich als die, welche ihn liebten, denn ſie durften nicht heiter ſein. Nur wenige ſeiner Freunde wußten in die Stimmung zu kommen, die er von Allen wünſchte und die Wenigen waren die mehr vder weniger berühmten geiſtreichen Männer, welche Amſterdam damals zählte und die jetzt nicht zum Erſtenmal um Hooft verſammelt waren.

Plötzlich ergriff der Hausherr den Pokal, neigte ſich einer neben ihm ſitzenden Dame zu und ſprach freundlich:

„Dieſer Trunk gilt Euch, meine niederländiſche Sap⸗ pho, meine geiſtreiche Fräulein Lescaille, und bitte Euch damit um Entſchuldigung dafür, daß ich Euch keinen beſſeren Nachbar gab, als mich ſelbſt Seit unſer Anto⸗ nides eine junge Frau hat, darf ich Euch nicht der Mög⸗ lichkeit ausſetzen, an ihm einen unaufmerkſamen Nachbar zu haben und Euren vortrefflichen Freund Voudel durfte ich nicht einladen. Es wäre Euch und uns Allen ein viel zu trautiger Anblick geweſen, ihn zu ſehen, wie er ſo ganz zum Kind geworden iſt und immer über Kälte klagt Touſſaint, kt. Novellen. 17