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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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Thränen und Seufzer und Schluchzen ließen der würdigen Frau einige Augenblicke keine Antwort zu; ſie hatte vergebens verſucht, ihren Gemahl durch inniges Hän⸗ dedrücken zu beruhigen. Jetzt ſprach ſie:

„Wenn Du wirklich ein Sterbender wäreſt, dann würdeſt Du nicht alſo ſprechen, dann ſäßeſt Du nicht hier und ordneteſt kein Feſtmahl an. Aber es ſind ſchlimme Vorzeichen, was ich an Dir bemerke und ich bitte Dich, denke von morgen an mit mehr Ernſt an den Tod ...

In dem Augenblick trat eine Magd ein und richtete einige Fragen über Küche und Keller an die Frau. Das war ein treffliches Zerſtreuungs⸗ und Ableitungsmittel für die Betrübniß der Dame. Sie folgte alsbald der Fragen⸗ den und der Bürgermeiſter blieb allein.

„Wohl war es eine frühe Stunde für das Gaſtmahl, voch an einem trüben, rauhen Decembertag, wie nur Hol⸗ land ſie aufzuweiſen hat und in einem ſo dunkeln Saale war auch in der frühen Stunde das Kerzenlicht nicht übel angebracht. Es flimmerten ſo viel Wachslichter, als die ver⸗ goldeten Kandelaber zu beiden Seiten des Spiegels zu tragen vermochten, und acht ander ſilberne Leuchter von ziemlicher Größe mit ähnlichen Wachskerzen trugen gleichfalls das Ihrige bei =ur Erhellung — doch nein, zur Milderung der Finſterniß am Tiſche des ſehr geraͤumigen Saales, in welchem Sne fürſtliche Pracht herrſchte. Reiche, ſchwere Gardinen ſchmückten die Fenſter, roth und goldne Tapeten bedeckten die Wände, Teppiche von Smirna den Boden, Bi ldhauerarbeit und Vergoldungen die Thüren und die Decke; vor Allem aber zeugte der Tiſch von dem Reich⸗ thum des Hausherrn, denn da prangte auf feinſtem Da⸗