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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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Wie unbedeutend dieß Geſpräch an ſich auch ſein mochte, ſo bedeutſam wurde es als Prophezeiung deſſen, was am 42. Dezember deſſelben Jahrs erfolgte.

Am Morgen dieſes Tages ſaß der würdige Bürger⸗ meiſter in einem großen und gemächlichen Lehnſtuhl in ſeiner Bibliothek und überlas eine Reihe von Namen, welche er auf einem ſchmalen Stückchen Papier aufge⸗ zeichnet hatte. Frau Hooft ſtand vor ſeinem Schreibtiſch und ſchaute mit einer Miſchung von treuherziger Zärtlich⸗ keit und Bekümmerniß auf ihn, während ſie ſprach:

„Alle Geladenen haben zugeſagt, zu kommen, obwohl es Allen ſonderbar vorkam, ſo plötzlich und unerwartet zu einem Mittagsmahl gebeten zu werden, aber Dein Sohn Gerrit hat dieſe Laune ſelbſt bei ihnen entſchuldigt, indem er ihnen ſagte, daß Du wieder von der Gicht geplagt werdeſt, und des ewigen zu Hauſe Sitzens müde, Droſt in dem Kreiſe Deiner Freunde ſuchteſt. Darum wagte auch Keiner, der Einladung nicht zu folgen.“

„Das iſt ſehr freundlich von ihnen und es thut mir nur leid, daß der geiſtreiche Temple nicht mehr in der Stadt iſt; ſonſt hätteſt Du für heut Deine Abneigung gegen ihn überwinden müſſen und auch er wäre unſer Gaſt geweſen.“

„Ich bin's zufrieden, daß Du ihn einladeſt, ſobald er zurückkehrt, beſter Mann, wenn Gott uns ſo lange das Leben ſchenkt,“ ſprach Maria mit bebender Stimme.

Hooft machte: „Hm, hm!“ und frug dann mit heiterem Ton und fie ſchalkhaft anblickend:

„Du willſt alſo Alles genau befolgen, was ich von Dir erbitte?“

„Gerne, mein Beſter!“ erwiederte ſie ſeufzend.

„Aber ohne Seufzen womöglich!“ fuhr er fort. „Höre mich denn. Daß Speiſen in Auswahl und Ueberfluß vor⸗ handen ſein werden, daß Du unſerm Range und der Gaſt⸗