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Sinnigkeit betrifft, der Stolzeſte und Mächtigfſte von uns der Sklave ſeiner Frau. Würdet Ihr es ür möglich halten, daß es in dieſem Hauſe Zimmer gibt, welche zu betreten ich kaum einmal im Jahr das Recht habe und dieß geſchieht dann noch mit ſo viel Beſorgniß von Seiten meiner gebietenden Frau, daß ich den Vorzug faſt als läſtig betrachten muß und mich von ihm losſage, ſo oft es nur angeht.“
„Das kann ich kaum glauben.“
„Glaubt es auch nicht, Herr Geſandter,“ ſiel ein Mann ein, der ſchon einige Angenblicke horchend am Ein⸗ gang des Zimmers geſtanden hatte und jetzt vollends ein⸗ trat. „Herr Hooft ſcherzt ſtets, ſelbſt da, wo es unſre holländiſchen Sitten und Bräuche gilt. Ich für meinen Theil ſehe nicht ein, welchen Nutzen es dem Lande brin⸗ gen kann, wenn man den Fremdling lehrt, mit unſerer Weiſe Spott zu treiben.“
„Bürgermeiſter Hooft hält in allen Dingen auf Wahrheit, Herr Valkenier,“ ſprach Hooft ernſt; „und Schade um Holland, wenn ihm die Wahrheit zur Schande gereichen ſollte. Euch aber verſichere ich, Sir William, es iſt Alles ſo, wie ich ſagte, und Alles, was uns Män⸗ nern übrig bleibt, iſt, eine milde Herrin zu ſuchen, was mir, Gott Dank, zweimal gelungen iſt. Jetzt aber ge⸗ nug davon; laßt uns nun von unſern Angelegenheiten ſprechen, denn Herr Valkenier, ohne den ich das Kapitel nicht gern berühre, iſt hier und unſer achtbarer Magiſtrat jetzt verſichert, daß wir Beide die Stadt nicht an England oder an den Prinzen verrathen.“
Dieß Letztere ſprach er mit heiterm Lachen, aber doch mit einem Blick auf Valkenier, der dieſen erröthen machte. Wie mancher Andere von Hoofts Collegen, ſo traute auch dieſer nicht ganz den innigen Beziehungen, worin jener zu Temple ſtand, Hooft, der nie einem Ge⸗ ſandten einen Beſuch gemacht hatte. Jeder wußte wohl, welch eine feſte und kälternſte Haltung der Bürgermeiſter jedesmal annahm, wenn der junge Statthalter William


