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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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ſich irgend etwas erlaubte, was den Freiheiten der Stadt auch nur im entfernteſten Sinne drohte, — doch Temple war ein Fremdling, er war der Liebling und Günſtling des Prinzen, Hooft machte mit dem Volk und der Bür⸗ gerſchaft was er wollte und — wenn er auch dazu ſeinen Einfluß nie mißbraucht, ja kaum einmal angewandt, was bürgte Amſterdam und Holland dafür, daß er dieß nicht noch thun könne und werde, daß Hooft nicht endlich den Schmeicheleien des Fremden, den liſtigen Aufmerkſamkeiten des herrſchſüchtigen Fürſten, der ſich ſo unwillig in den ihm gezogenen engen Grenzen hielt, nachgeben werde. Wir können dieſe Frage beruhigend beantworten: Wenn auch nicht die ehrliche Politik Temple's, wenn nicht die Umſicht deſſen, der ſpäter König Wilhelm II. wurde, dann doch gewiß der Charakter von Hooft. Richt nur ſeine Ehrlichkeit, ſeine Zuverläſſigkeit und offne Handlungsweiſe hätten ſie beruhigen müſſen, ſondern ſchon ſeine bekannte Vorliebe für Ruhe und Gemächlichkeit, ſein Widerwille gegen alles Jagen und Haſchen nach Einfluß und größerer Macht, ſein patriziſchey Stolz auf ſeine Unabhängigkeit. Hatte er ſich doch in eine ſo friedliche und faſt egviſtiſche Philoſophie vergraben, aus deren behaglicher Ruhe auf⸗ geſchreckt zu werden, ihm der größte Aerger ſein mußte!

Und wir wiſſen, welche Feinde Ehr⸗ und Herrſchſucht für

Geiſtes⸗ und körperliche Ruhe ſind.

Faſt aber gehen wir zu weit in unſerm Urtheil über Hooft. Was ſeine Pflicht als Bürger, ſeine Ehre und ſein Eid als Mitglied der Regierung von ihm verlangten, das vollbrachte er mit Wärme und Trene, mit Ordnung und Würde und mit ſolcher Heiterkeit, daß Niemand ihm anſehn konnte, welch ein Opfer er brachte. Als präſidi⸗ render Bürgermeiſter war er ganz zufrieden mit dieſer einen Würde, lehnte hochwichtige Poſten und Aemter, welche die Liebe des Volkes und das Vertrauen der Diplomatie ihm ſo gerne übertragen hätte, ab und drängte ſich nie vor, denn ſein Studierzimmer bot ihm viel mehr, als der Rathsſaal der „Hochmögenden,“ ein Kreis heiterer