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„Ich ſah Frau Hooft ausfahren, als ich ankam. Darf ich hoffen, daß dieſer Beweis Ihres Wohlbe⸗ findens . . .“
„Ja, ſprecht nur dabon,“ fiel Hooft mit dem frühen Lächeln ein; „es hat Mühe genug gekoſtet, Euch den Be⸗ weis zu liefern. Glaubt Ihr denn, es ſei ſo leicht, eine holländiſche Frau zu dieſer Stunde ohne weitere Vorbe⸗ reitung aus dem Haus zu ſchaffen? — Und noch beinahe hättet Ihr durch Eure Pünktlichkeit meinen ganzen Plan verdorben; es iſt gut, daß die Gefahr noch ſo leicht dahinfuhr.
„Aber ich ſehe nicht ein, warum Eure Frau Gemah⸗ lin nicht mehr hier ſein durfte, als ich ankam,“ ſprach Temple einigermaßen verwundert und in einem Tone, der an Empfindlichkeit grenzte.
„Ei, Ihr feiner Staatsmann,“ erwiederte der Bür⸗ germeiſter. „Seht Ihr ſo wenig zu, wo Ihr Euch Feinde macht, uder beſſer Feindinnen, die wenigſtens ebenſo ge⸗ fährlich ſind? Wie iſt es nur möglich, daß Ihr ſo manche politiſche Frage ſo ſchön löſen konntet?“
„Frau Hooft meine Feindin?“ rief Temple in höch⸗ ſtem Erſtaunen. Ich muß glauben, daß Eure Edelheit ſcherzen. Ich hatte ja noch nicht die Ehre, ihr nur vor⸗ geſtellt zu werden. Wenn ich auch ſehr gut weiß, wie die Frauen leicht verwundbar ſind, dann weiß ich doch auch, daß man wenigſtens einmal mit ihnen zuſammengeweſen ſein muß, ohne ein Mißverſtändniß . . .“
„Ihr kennt die Frauen im Allgemeinen, Sir William, das gebe ich gern zu, aber Ihr kennt nicht die holländi⸗ ſchen Frauen, die noch eine verwundbare Stelle mehr haben, als die Eurigen. Die Andern haben ihre Eitel⸗ keit, ihre Herzen — Die Unſern aber haben noch überdieß ihre Häuſer, ihre Fußböden und dieſe Letztern ſind es gerade, welche Ihr bei meiner Frau beleidigt habt. Hört mich an!“
Der Geſandte machte gewaltig große Angen.
„Als Ihr zuletzt hier zu Mittag wart, hattet Ihr


