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lag doch ſchon ein weißer Schimmer über dem hellbrau⸗ nen Haare ausgebreitet. Man erkannte in ihr ſogleich eine Frau von Stande, die aber von einem hohen Beſuch zurück kam, dem zu Ehren ſie ihren beſten Staat angelegt hatte. Ob aber ihr Geſicht auch im beſten Staate glänzte, ob der ſtarre Ernſt der Züge zu dem Koſtüm gehörte, ob jenes ebenſo wenig wie dieß aus ſeinen Falten heraustreten durfte, oder ob vielleicht Aerger oder Ver⸗ druß dieſe Falten gemacht, das aber wagen wir nicht zu urtheilen.
Der Mann, welcher ſie zu dem Wagen geführt,
folgte dieſem einige Augenblicke mit dem Auge und trat 3
dann wieder in das Haus; es ſpielte ein Lächeln um ſeinen Mund, welches die Mitte hielt zwiſchen Ironie und ver⸗ haltenem Wohlgefallen. Gleich nachher erſchien er am einen der Fenſter des Seitenzimmers und ſah einem an⸗ dern Wagen entgegen, der ſchnell von der entgegengeſetz⸗ ten Seite nahte und gleichfalls vor dem Hauſe ſtill hielt. Dieſer war aber einfacher und beſcheidener, als der erſte; ſeine Pferde waren feiner gebaut und von einer ſchönern Race, wie jene, Kutſcher und Lakeien trugen noch reichere Livree Auch dieſer Wagen umſchloß nur eine Perſon,
welche jetzt ſchnell und leicht ausſtieg und ohne weitere
Anmeldung in das Seitenzimmer trat, das mehr durch Pracht, als durch Licht blendete.
Es war Sir William Temple, der Herrn Hendrik Hooft einen Beſuch abſtattete. Sir William Temple war der engliſche Geſandte, welcher die Friedensverhandlungen in Nymwegen vorbereitet und geleitet hatte. Hendrik Hooft war der vorſitzende Bürgermeiſter von Amſterdam, vurch ſeinen Einfluß ſo gut, wie Präſident von Holland und der ſieben vereinigten Provinzen, einer jener Männer, welche Wilhelm der Oranier lieber zu Freunden hatte und als Feinde mehr fürchtete, als manche ausländiſche Fürſten.
Nach den erſten Begrüßungen frug der Geſandte höflich: i


