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„Lieuweſtin's Nervenaufregung war ſo heftig, daß ich es für nothwendig hielt, ihm mehr Ruhe zu verſchaffen. Wir brachten ihn zu Bette und überließen ihn dem Schlummer, der ſich langſam einſtellte.
„Ich führte Ina in ein anderes Zimmer und frug ſie, was denn das Ende von Allem geweſen ſei, wie es dann mit dem Duell zugegangen?“
„Sie kennen den Bruder der Baronin, den Marine⸗ ofſizier, der ſeit einigen Tagen hier iſt? Er brachte uns ihre Antwort, nachdem der Bediente mit unſerem Briefe kaum das Haus verlaſſen hatte. Frau dElmanchy willigte ein, ſie wollte kommen. Da mußte mein Vater ihm die Wahrheit der ganzen Sache ſagen. Es gab einen ſchreck⸗ lichen Wortwechſel zwiſchen den Männern. O, ich hätte in dem Augenblick Alles widerrufen mögen, aber es war zu ſpät. Der junge Mann nannte den Vater einen ehr⸗ loſen Schurken — ſie forderten ſich! Das wird morgen
ſein; ich war in der größten Todesangſt. Ich bat, man
möge Sie rufen laſſen, damit Sie uns mit Ihrem Rath beiſtänden, ſich in's Mittel legten. Gott, wenn ich ihn verlieren müßte!“
„Dieſe Worte ſtieß ſie in wildem, bangem Schmerz aus, aber wie helfen? Es war zu ſpät, ich konnte ſelbſt nicht mehr auf Frau dElmanch's Verzeihung rechnen, ſonſt hätte ich Inen die Wahl geſtellt, zwiſchen dem mög⸗ lichen Tod ihres Vaters und der Mutterſchaft der Ba⸗ ronin.
„Es blieb nichts übrig, als zu trachten, das Duell zu verhindern. Nachdem ich mich von Lieuweſtins Zuſtand überzeugt und gefunden hatte, daß ich ihn ruhig verlaſſen konnte, verließ ich das Haus und ging zum Junker Both⸗ nia. Es war nichts mit ihm anzufangen und ich fand meine Meinung über Martha gleichfalls beſtätigt.
„Sie hatte Leeuwarden am Morgen mit bitterem Herzen verlaſſen. Das mußte Aufſehen erregen, aber das ſüßeſte Geheimniß ihrer echten Frauenſeele war ja ſchon


