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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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ſchätzen ſich glücklich, wenn Ihr Blick auf ihnen ruht: Sie haben die Wahl. Die Ehe Ihres Vaters kann Ihnen nichts Schlimmeres bringen, als einen noch reichern Braut⸗ ſchatz, ſprach ich in der Hoffnung, daß ein heiteres Wort nicht zu ſpät kommen werde.“

„Ich denke nicht ans Heirathen!“ rief ſie heftig. „Ich liebe Niemand, Niemand, als meinen Vater und ich glaube, daß mein Vater ſich auch glücklich fühlen muß, die ganze Liebe ſeiner Tochter zu beſitzen.“

„Und wer ſagt denn das Gegentheil, Engel?“ rief der unglücklich Verblendete, ſie in ſeine Arme ſchließend. Er durchſchaute nicht die ganze Größe der Selbſtſucht, welche aus ihren Worten ſprach.

„Selbſt um Martha's willen beſchloß ich jetzt, von meinem innigſten Wunſche abzuſtehen. Ich hatte ihre Antwort noch nicht; ich mußte derſelben zuvorkommen und ſchrieb nein, ich ließ Ina ſchreiben, daß die Parthie abbeſtellt ſei, daß ich unwohl geworden, kurz, ich weiß

nicht, welchen Vorwand ſie gebraucht hat . . . . damit war Alles geſagt, Alles zu Ende, meine letzte Hoffnung dahin, denn ich hatte von Martha die Zuſage er⸗

halten, daß ich ſie, falls ſie an dem Tage komme, als meine Braut vorſtellen dürfe . . . .

„Er konnte nicht weiter reden.

„Das iſt jetzt vorüber!“

„Dieß waren die letzten Worte, welche ihm entfuhren, dann ſank er muthlos in den Armſtuhl zurück, wie über⸗ wältigt von ſeinen Gefühlen.

„Ina weinte bitter und es waren aufrichtige Thränen. Sie war nicht gewohnt zu heucheln; ſie liebte ihren Vater ſehr, nur wußte ſie nicht, was es heißt, ſo ein ganzes Leben zu opfern. Dieß zu erkennen, beſaß ſie nicht genug feines Gefühl, ſie war durch ſeine täglichen Abgöttereien zu ſehr verwöhnt, als daß ſie hätte einſehen können, daß ihm etwas wirklich ſchwer fallen konnte, wobei ſie in's Spiel kam.