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den ſchmähluſtigen Zungen der Hauptſtadt zur willkom⸗ menen Beute geworden, welche jetzt jämmerlich zerriſſen werden mußte. Durch ſcheinbare Gleichgültigkeit war nichts mehr zu bemänteln.
„Dieſer Ausſchlag meiner Bemühungen ſchmerzte mich tief, und um ſo mehr, da ich auch einen Theil der Schuld dabei trug.
„Ich mußte mit dem Sekundanten von Bothnia ſpre⸗ chen. Wir ſahen Beide ein, daß eine Beilegung der Sache unmöglich ſei, denn auch Lieuweſtins hatte ſtets ausge⸗ rufen: „Er ſoll Genugthuung haben! Martha ſoll gero⸗ chen werden!“
„Wir kamen nach langem Ueberlegen darin überein, daß wir es nicht zum Aeußerſten kommen laſſen wollten. Die Billigkeit meines unglücklichen Freundes half uns dabei: er gab dem beleidigten Bruder den erſten Schuß. Wir ſorgten für gehörigen Abſtand; Bothnia fehlte; ſeine Kugel ſtreifte am Arme von Lieuweſtins vorbei, der jetzt als echter Edelmann ſeine Waffe hinwarf und ſein Un⸗ offen bekannte. Der Junker erklärte ſich zufrieden geſtellt.
„Damit aber war eine andere tiefe Wunde im Herzen zweier edeln Menſchen nicht geheilt. Der Grietmann zog ſich auf ſein Landhaus zurück, wo er ſich mehr als je von aller Welt abſchloß. Er führte fortan ein hinſiechelndes Leben, das eines tief Unglücklichen, der nicht zu klagen wagt, denn er wollte nicht ſagen: Das hat mein Kind mir angethan.
„Bittere Selbſtvorwürfe miſchten noch mehr Galle in dieſen Becher. Er war nur der Vater ſeiner Tochter, nicht aber ihr Erzieher geweſen. Ina's Charakter wurde auch nach ihrer Verbannung aus den Kreiſen, worin ſie ſo viel Freude gefunden hatte, nicht milder. Viel ſpäter erſt heirathete ſie einen armen unbedeutenden Lieutenant, den ihr das Schickſal zufällig in den Weg warf. Lieu⸗ weſtins Leben gewann nichts dadurch. Der Schwiegerſohn
Touſſaint, kl. Novellen. 16


