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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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„Zwei Tage nachher ließ Lieuweſtins mich ſpät am Nachmittag zu ſich bitten. Gewiß wollte er über den morgigen Ausflug mit mir ſprechen; ich ſpazierte der Stadt zu.

„Als ich bei ihm ankam, fand ich Ina bleich, mit rothgeweinten Augen und in nachläßiger Kleidung bei ihm im Zimmer. Er war aufs Tiefſte niedergeſchlagen. Aus ihren Zügen ſchaute ein Gemiſch von Verzweiflung, Liebe und Mitleid mit ſeinem Schmerz.

„Willſt Du mein Sekundant ſein?“ frug er, als er mich erblickte. „Ich habe ein Duell.“

„Mein Gvott, Lieuweſtins! Du biſt wahnſinnig. Und warum das?“

„Weil der Ausflug nach Tjerkſtra⸗State abbeſtellt iſt!“ rief Ina bitter.

„Nein, weil ich das beſte und edelſte Weib herzzer⸗ reißend beleidigt habe!“ ſprach er dumpf. „Weil ich ein ehrloſer Schurke bin, wie der Mann mich mit Recht nannte; 3 ich mein eigenes Glück mit dem Fuß von mir ſtieß; i

„Vater! Vater!“ rief das Mädchen, ſeine Hände faſſend. „Wenn Ihr es bereut . . . .“

„Nein, Kind, nein, meine Ina!“ ſprach er, ſie mit unbeſchreiblicher Zärtlichkeit anblickend. „Das Opfer iſt gebracht, unwiderruflich gebracht. Sei ruhig, ich hatte ja Wahl; mein Glück oder Deins. Aber es war doch

Und ſein Haupt ſank tief auf ſeine Bruſt.

„Aber ich bitte Dich, ſage mir doch endlich, was vorgefallen iſt!“ rief ich, obgleich ich Alles nur zu gut erkannte.

„Nun ſo höre denn. Meine Ina . . . . nun ſie hatte viel Freude, Alles für den Ausflug bereit zu machen; aber

ja, dieſen Morgen . . .