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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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„Auch ſchon durch das böſe Beiſpiel hingeriſſen! Da lobe ich mir doch Amerstorff, der jetzt mit derſelben Kraft gegen meine Feinde auftritt, mit welcher er ſich vordem gegen mich erhob. Es iſt Jammer, daß Gauthier ſo handeln kann, doch Du mußt es ihm vergeben.“

„Nie!“ rief die Sennora leidenſchaftlich. Ich ſollte ihm vergeben, ſollte entſchuldigen, daß er Euch verläßt?“

„Wenn er hier wäre, würde ich ſelbſt es ihm rathen. Ein junger Mann muß ſein Glück einem jungen, friſch gebauten Schiff anvertrauen, welches feſt und kräftig die Waſſer durchſchneidet, nicht aber einem Werk, das den Winden zum Spiel dient. Wenn ich vermuthen könnte, daß meine Feinde den Sieg davon tragen, dann zwänge ich ihn, mich zu verlaſſen.“

„Und ich würde ihn verachten, wenn er das koͤnnte.“

„Aber ſie werden nicht ſiegen!“ rief der Kardinal, dem Gang ſeiner Gedanken folgend. „Sie werden es nicht. Spanien wird der Habſucht von Chisvres nicht Preis gegeben werden, damit er und ſeine Frau die ehr⸗ würdigſten Aemter für Gold verkaufe. Es wird der Un⸗ geſchicktheit von Adrian nicht überlaſſen werden, damit herrſche, wer will, damit er ſich unter die Füße treten laſſe und in ihm das Vaterland! Der König iſt kein Kind mehr, er wird klar ſchauen und zu wählen wiſſen, — o ich muß weg, Valentina — ich muß fort, mein Kind, — ich muß Karl ſehen — ich will zu ihm hin, ich kann gehen, ſiehſt Du? Sehr gut.“

Und zugleich erhob er ſich — und ſank plötzlich in ihre Arme zurück.

„Ihr habt Fieber, Monſennor; Ihr hättet Euer Bett nicht verlaſſen ſollen. Laßt dieſe Arbeiten alle doch ruhen bis nach Eurer Herſtellung.“

„Damit man lügen ſolle, daß ich ein ſchwacher Greis und unfähig zu Regierungsſorgen ſei? Laß Inico kom⸗ men und mir Wein geben, wie die Aerzte befohlen haben; ich will Kraft gewinnen, um für Spanien zu leben.“