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leben und mein Vaterland mich ſo ganz entbehren können? Beatissima virgine! Welch ein Wort! Die Elenden machen mich faſt an mir ſelbſt zweifeln! — O an dem Leid werde ich ſterben!“ —
So rief imenes jetzt und warf muthlos die Feder hin.
„Nein, Monſennor, das wird Euch nicht aufreiben. Sobald der König Euch nur einmal geſprochen hat, wird er erkennen, wie unentbehrlich Ihr ſeid; Ihr ſeid immer⸗ hin ſein erſter Staatsdiener! Das Königreich hat doch noch keinen andern Regenten, als Euch!“ ſprach Valen⸗ tina mit voller Ueberzeugung. „Wenn Ihr Euch nur ein wenig fügen wolltet und Euch Ruhe gönnen, bis Ihr von dieſer Schwäche hergeſtellt ſeid, die gewiß der Haß....“
„Ach, was Haß!“ fiel imenes ein. „Wem von meiner Umgebung hätte ich je etwas Leides gethan, oder ein Unrecht zugefügt, daß er meinen Tod wuͤnſchen ſollte. Wenn aber wirklich Menſchenwerk an dieſer Krankheit Schuld hat, — dann vergebe Gott es ihnen, denn ſie be⸗ nachtheiligen ihr Vaterland und die Armen. Ich hätte noch manches Gute ſtiften mögen! Wenn dieſe Schwäche zunimmt, dann werde ich nicht einmal das Erſcheinen der Bibel von Alcala erleben, mit der ich der Kirche ſo viel zu nutzen gedachte, die ſo viele Sorgen und ſo viel Geld gekoſtet hat, — ach und jetzt laufen ſie Alle von mir weg, Geiſtlichkeit und Adel, Alle dem neuen Geſtirn entgegen.“
„Die Mitglieder des Staatsraths ſind zurückgekehrt,“ ſprach Valentina mit ermuthigendem Lächeln.
„Ja, aber es war auch allzu vermeſſen, ſich gegen unſern Befehl zu entfernen. — o es war nur billig von meinem Koͤnige, daß er ſie ſo nicht empfangen wollte. Wie gerne vergebe ich ihnen jetzt, wo ich weiß, daß Karl gerecht iſt. Aber ſage mir, Valentina, weißt Du wirklich nichts mehr von Deinem Verlobten, dem kleinen Gauthier, als was man uns aus Madrid ſchreibt, daß er ſeinen Poſten bei Ferdinand verlaſſen hat?“
Valentina ſchüttelte traurig das Haupt.


