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ſeiner Mutter zu geben; ſie hatte bei der Gelegenheit zugleich die Genugthuung, in gewiſſe Geheimniſſe des Hofes zu dringen, deren Kenntniß dem Regenten von Spanien von höchſter Wichtigkeit war. Das Fräulein fand damals keine beſſere Stütze und keinen treueren Helfer, als meinen Neffen, der gewiß nicht ahnte, welche wichtigen Dienſte er dem Kardinal Kimenes erwies, während er glaubte, nur die Neugier eines ſchönen Hoffräuleins zu befriedigen. Das war aber ein Unrecht an ihm, welches die liebenswürdige Sennora nicht beſſer gut machen zu können glaubte, als dadurch, daß ſie ihm endlich ihr eigenes ſüßes Geheimniß zuflüſterte. Zu mir hat man erſt jetzt ſeine Zuflucht genommen, wo man in Angſt gerieth beim Gedanken an ein Geſtändniß vor Eurer Eminenz und ich — weiß im Ernſt kein beſſer Mittel, als die Geheimhal⸗ tung von Beiden dadurch zu erkaufen, daß wir ſie zu⸗ ſammengeben auf immer und ewig.“
„Und Valentina hat mir dieß Alles ſo lange ver⸗ ſchweigen können?“ ſprach der Kardinal, ſeine Nichte vor⸗ wurfsvoll anblickend.
„Mein edler und geliebter Herr,“ antwortete ſie ſchalkhaft lächelnd. „Denkt doch einmal nach und ſagt mir, ob Ihr mich je habt anhören wollen, wenn ich von meinen perſönlichen Intereſſen zu Euch reden wollte. Ihr habt mir volle Macht über Alles gegeben, was Ihr von Eurem Vermögen nicht den Armen ſchenkt oder zu frommen Stiftungen verwendet; Ihr habt mir unbeſchränkte Freiheit zu all meinen Handlungen gegeben und den prächtigſten Theil Eurer fürſtlichen Wohnung eingeräumt; Ihr gebt mir einen Hofſtaat, wie ihn kaum eine Infantin von Spanien hat, aber — nie habt Ihr mir auch nur drei Minuten Eurer Zeit für mich ſelbſt überlaſſen wollen. Heute kam ich zu Euch, um meinem Freunde, den ich erwartete, einen freundlichen Willkommgruß zu bereiten; ich kam in der Stunde Eurer Meſa, in der Hoffnung, Euch in Ruhe ſprechen zu können; — Ihr wißt, was ich fand, wie ich, eine andere Eimena meinen Rodrigo im
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