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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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Mann, daß Ihr ſelbſt nicht glaubt, was Ihr ſagt, daß Ihr nicht von dem überzeugt ſeid, was Ihr mir vorſtellt, ſelbſt dann nicht, wenn Eure Phantaſie für den Augen⸗ blick damit einverſtanden iſt. Und dennoch iſt Eure Ohn⸗ macht eine Wahrheit, eine harte und demüthigende Wahr⸗ heit, aber ich bitte Euch bei der Ehre Eures Geſchlechtes und bei Allem was Ihr Euch ſelbſt ſchuldig ſeid, trachtet nicht, darüber Erfahrungen zu machen. Ich könnte Euch an die Pflichten unſerer Religion erinnern, aber Ihr Fürſten wißt ſtets unheiligen Unternehmungen heilige Na⸗ men zu geben, und ich weiß, daß Weiſſagungen von ein⸗ ſiedleriſch lebenden Frommen unterdrückte Seufzer in Euch neu geweckt haben; doch das ſind Prophetenſtimmen, deren Gültigkeit durch unſere heilige Inquiſitivn unterſucht werden wird, ſobald ſie ſich noch einmal vernehmen laſſen (bei dieſen Worten blickte er Cecco ſcharf an, der ſich zitternd zu⸗ ſammenkrümmte). — Ich will Euch nur zeigen, wie eitel und toll Eure Erwartungen, wie lächerlich ungereimt Eure Berechnungen ſind. Ich habe Euch ganz ausſprechen laſſen, um Eure Gedanken ganz kennen zu lernen. Ant⸗ wortet Ihr mir jetzt ſelbſt: Kann ich in der That hoffen, daß die Träume, worin jene Leute Euch auf Koſten Eurer Seelenruhe erhalten, eben ſo gewiß für die geſetzliche Ord⸗ nung unſchädlich bleiben werden, als ſie Eurem Glück nachtheilig ſind? Kann ich dieß hoffen, nachdem dieſe Leute Euch lehrten, Eurem ältern Bruder, der Euer Herr und König mit allem Recht iſt, welches die Geſetze der Natur und die Inſtitutionen dieſes Königreichs ihm geben, den Gehorſam zu weigern und den Namen und die Ehr⸗ furcht, welche ihm zukommen? Kann ich daran glauben, wenn ſie Johanna Königin von Spanien nennen und ſich auf ihre Autorität berufen, obſchon ſie wiſſen, daß dieſe Fürſtin, gebeugt unter ihrem Geiſtesleiden, zu keiner Re⸗ gierungsthat fähig iſt, und nur durch die edle Treue der Caſtilianer mitunter noch Ehrenbezeugungen empfängt, welche ihrem Rang zukommen, eine Huldigung, der ich, wohlbemerkt, nicht wehre, weil ſie der armen Kranken