26
lich regieren müßte, und ohne die man über mein Schick⸗ ſal beſtimmen will. — Die Koͤnigin Johanna . . .“
„Iſt nur ein Schatten,“ ſprach der Regent.
„Ein Schatten, welcher das Licht aus Flandern ver⸗ dunkeln könnte, mit welchem Ihr dieſem braven Volk von Caſtilien die Augen verblendet, ſprach Ferdinand, ſich feſter an ſeinen Vertrauten klammernd. Da aber erhob Limenes Blick und Stimme und ſprach mit ſtrengem Ernſt, doch ohne Zorn:
„Dieſen ungereimten Reden muß ein Ende gemacht werden, junger Mann! Was Ihr geſprochen, habe ich als nicht von Euch herrührend angehoͤrt; und ich will gerne glauben, daß Ihr nur nach den Anſichten Anderer urtheilt, nur deren Einflüſterungen gemäß ſprecht. Ihr habt aber Urtheil genug, um zu wiſſen, daß Euch Gehor⸗ ſam ziemt, und den verlangt jetzt der Regent Spaniens im Namen des Geſetzes und der Krone von dem zweiten Sohn Spaniens. Prinz von Oeſterreich! Eure Stelle iſt nicht an der Seite eines verdächtigen Unterthanes, ſon⸗ dern die nächſte neben dieſem Stuhle! Wählt zwiſchen Auflehnung oder Unterwerfung.“
Sei es nun, daß Cecco, der das ganze Gewicht die⸗ ſes Worts wohl ermaß, ſich mit Gewalt von ſeinem Zög⸗ ling losriß oder daß die Macht dieſer gebietenden Stimme ihn überwältigte — Ferdinand näherte ſich imenes und warf ſich mit derſelben Leidenſchaftlichkeit, welche alle ſeine Bewegungen zu lenken ſchien, zu den Füßen des Kardinals nieder, während er in wildem Tone rief:
„Laßt es Euch jetzt genügen, Monſennor! Ich habe gehorcht, Ihr habt befohlen und der Infant von Spanien kniet vor Euch! Aber laßt es jetzt genug ſein! Ihr habt uns prüfen wollen, mich und ihn. — Treibt Euer Spiel nicht weiter, trennt uns nicht; raubt dem unglücklichen Sohn Eures Fürſten nicht ſeine letzte Stütze, ſeinen treu⸗ ſten Freund! Was kann es Euch ſchaden, daß der Mann mit mir zuſammen bleibt und mir mitunter von frühern ſchönen Ausſichten erzählt und mir Hoffnung für die Zu⸗


