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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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Mutter zu bitten. — Beruhigt Euch, Sennor, ich will nicht weiter fortfahren, denn es iſt keine Zeit zu Verweiſen, wohl aber zur Vergeltung. Der König, unſer Herr, hat beſchloſſen, daß dieſem Allem ein Ende gemacht werde. Sennor Orlando, der Hofmeiſter Seiner Gnaden, und Ihr, Srn ſeid von jetzt an aus dem Dienſt des Prinzen ent⸗ aſſen.“

Cecco ſtand einen Augenblick wie verſteint; dann ſah er Ferdinand an, der die Augen ſtarr auf den Boven ge⸗ heftet hielt, als ob er das Urtheil nicht verſtanden; — der alte Mann drängte eine Thräne zurück, welche ſich in ſeinem glühenden Auge zeigte, und antwortete mit ſtolz er⸗ hobenem Blicke:

„Ich nehme meine Entlaſſung nur von der an, die mir mein Amt gab, von der Königin Johanna, oder von meinem Herrn ſelbſt, der zu den Jahren des Verſtandes gekommen iſt.“

„Legt nicht zu viel Gewicht auf dieß Letztere, wenn Ihr Euren Zögling liebt,“ ſprach Fimenes mit kalter Würde, und fügte mit bedeutſamem Tone hinzu:

„Nehmt hier Abſchied; Ihr werdet Seiner Gnaden nicht mehr in ihren Palaſt folgen.“

„Ihr habt es gehört, Prinz,“ rief Cecco, ſich zu den Füßen Fernando's niederwerfend. „Ich gebe nichts auf dieſe Entlaſſung, aber ich vermag nichts wider die Ueber⸗ macht. Wir müſſen ſcheiden. Seid jetzt fügſam“ — ſchloß er leiſe und ſchnell — „der Tag naht, wo Ihr mich und Euch rächen werdet.“

„Nein,“ rief Ferdinand, indem er trachtete, ihn auf⸗ zurichten und dann leidenſchaftlich ſeinen Hals umſchlang. „Nein, man wird uns nicht ſcheiden; ich kann mich ja nicht von Euch trennen. Niemand hat das Recht, mich meiner Diener zu berauben, nicht dieſer Prieſter, nicht mein Bruder, der Prinz von Caſtilien ..

„Der König!“ fiel Kimenes gebietend ein.

„Nur meine Mutter, nur die Königin, welche eigent⸗