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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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tigt ſah, ging er an die Ausführung ſeiner Entwürfe und dieß ohne alle Rückſichten, mit Hintanſetzung jedes perſön⸗ lichen Belanges und zuerſt ſeines eigenen. Er hatte für jeden Widerſtand eine zerſchmetternde Waffe, für jeden Widerſpruch ein niederdonnerndes Machtwort, für jede un⸗ beſcheidene Frage eine Antwort, welche verſtummen machte.

Was man am Allerwenigſten von einem geiſtlichen Staatsmanne hätte erwarten können, das war ſeine Sorge für ein kräftiges und geordnetes Heer, welches er aus dem Herzen der Städte nahm und nicht, wie früher geſchehen, von dem guten Willen der großen Lehensträger erbettelte.

Die Edeln ſahen in dieſer Maaßregel die Bildung einer großen unabhängigen Macht, welche der ihren drohend gegenüber trat, eine Schmälerung ihrer Rechte, eine zur Strafe bereit erhobene Hand für ihre Anmaßungen. Und ſo war es.

Der kräftige Vertreter des Königthums ſah in der Schwächung des Adels, in der Erhebung des Volkes zu⸗ verläßige Bürgen für die Sicherung der Herrſchaft ſeines Gebieters. Als der Adel aber bemerkte, daß es ſeine Schwächung galt und anfing, ſich dagegen zu ſträuben und ſelbſt die Städte in ſeinem Intereſſe aufwiegelte, da trat Limenes ihm mit ſeinem trefflich geordneten Heer, ſei⸗ nem gutbedienten Geſchütz und ſeinen zurückgelegten Gel⸗ dern entgegen, und wer da nicht wich, der fühlte ſchwer den Druck ſeiner gewaltigen Hand in ſtrenger Strafe oder ſchmerzlicher Erniedrigung.

Unterdeſſen führte er Krieg in Navarra, wo er Sie⸗ ger blieb. In Afrika, wo er weniger glücklich war, mußte er auf die ausländiſchen Intereſſen des Landes ein wach⸗ ſames Auge halten. Dieſe waren oft im Streit mit denen Flanderns, welchen ſie untergeordnet wurden und bei denen er keine Stimme hatte, weil man ſie in Brüſſel regelte und weil er nur Regent von Spanien war und die Räthe und Vormunde des Königs mit deſſen Perſon auch deſſen Willen in Handen hatten.