ten, der doch in Glück und Unglück ſich offen als ſein⸗ Freund bekannt und bewieſen hatte. Durch dieſe Erhe⸗ bung rief Caßilien es Europa zu, daß keiner ſeiner Söhne ein würdigerer Vertreter ſeines Fürſten ſei, als dieſer ſchlichte Mönch.
Aber das war damals ſchon der Mönch, welcher auf eigene Koſten ein Heer gegen die Afrikaner auf die Füße gebracht, der ſechs Monate lang an der Spitze des Heeres gekämpft hatte, überall der Erſte, überall vorne an, das Auge auf das ihm vorgetragene Kreuz gerichtet, und mit einem Schwerte in der Hand, welches die Scheide nicht mehr kannte; der an einem Tage dreitauſend Mohamedaner für das Chriſtenthum gewonnen hatte. Es war der Mönch, welcher mit der Unſicht eines Joſeph, aber mit eignem erſpartem Gelde der Hungersnoth gewehrt hatte, daß ſie nicht in das Land drang; der nie eine Stadt durchzog, in welcher er nicht Kranke getröſtet, Armen geholfen, Wai⸗ ſen verſorgt, Miſſethäter billig beſtraft, Reuige ſchonend aufgerichtet hätte; vor dem das Volk mehr aus Liebe, als aus Ehrfurcht kniete, vor dem die Großen Caſtiliens zitter⸗ ten und den ſie dennoch über ſich erhoben.
Eine unendliche Laſt kam damit auf die Schultern von Fimenes. Es war nichts Geringes, eine wahnſinnige Frau, in der oft noch die Herrſchſucht durchbrach, die vor dem Ruhme der Gattin die Pflichten der Mutter vergaß und den Sarg des Vaters zärtlicher bewachte und hütete, als die Wiege ſeines Kindes, — ſolch eine Frau in einem Königreich umher zu führen, welches durch eben ſo viel Partheien erſchüttert wurde, als es Häupter für ſeine Krone, Hände für ſein Scepter gab. Und dieß war um ſo ſchwieriger, da die Nothwendigkeit in demſelben Augen⸗ blick einen Mann erheiſchte, der mit ruhigem Ueberblick vom Mittelpunkte des Reiches aus Alles regelte und ordnete und in allen Fächern der Verwaltung ſeine Maßregeln nahm. Zimenes war überall nöthig.
Man hat ihm oft ſeine Herrſchſucht vorgeworfen, und es iſt wahr, daß er ſtets herrſchen wollte, aber er wollte


