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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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ſtört worden wäre, wenn es ſeine Macht durch kleine Aufſtände allerorten im Reiche hätte vertheilen müſſen. Sobald die Mauren aber Chriſten wurden, vermiſchten ſie ſich mit ihren chriſtlichen Nachbarn; ſie vergaßen ihrer Abkunft und ihrer Rechte und verſchwanden als Volk vom ſpaniſchen Boden; ſie bedrohten die Ruhe des Staates nicht mehr.

Bevor Zimenes noch Verdienſte um das Land erwor⸗ ben hatte, war er ſchon von der Königin Iſabella mit dem Geſchenk des Erzbisthums von Toledd überraſcht worden, welches ihm zugleich die Würden eines Kanzlers von Caſtilien, Primats des Königreichs und erſten Granden Spaniens gab; Papſt Julius IH. fügte noch den Purpur⸗ hut der Cardinäle hinzu. So viel Ehre und Größe hatte imenes ſich nie gewünſcht und er empfing ſie auch nicht mit reiner Freude; man mußte ſie ihm vielmehr aufzwin⸗ gen. Das war keineswegs die Heuchelei, welche thut, als ſchrecke ſie zurück, um nachher um ſo beſſer zuzugrei⸗ fen; nein, der ſchlichte Mönch hatte zu wenig Bedürfniſſe für all den Ueberfluß und als Philoſoph zu viel Mäßigung und Lebensweisheit, als daß er in dieſer außergewöhnlichen Erhebung etwas Anderes hätte ſehen können, als die Be⸗ dingung eines Lebens voll Arbeit und Unruhe, voll von Anſtrengungen und Kämpfen und Aufopferungen zum Beſten ſeiner Brüder, aber auch voll großer Genugthuung bei einem ſpätern Blick auf das Gute, was ihm zu ſtiften vorlag — und ſo war ſein Leben wirklich.

Nach Iſabellens Tod erhob ſich die Frage, wer in Caſtilien regieren ſolle? Ferdinand, im Namen ſeines Enkels, wie es der letzte Wille ſeiner Gemahlin wollte, oder Philipp als natürlicher Vormund ſeines Sohnes und rechtmäßiger Herr ſeiner Frau, an welche die Krone jetzt fiel, die aber wahnfinnig und ſelbſt in Augenblicken hellern Bewußtſeins zu ſehr in Herzleid vertieft war, als daß ſie dieſe ſchwere Laſt hätte tragen können. Die Feſtigkeit und Klugheit von Fimenes löete hald den Knoten.

Mit der warmen Treue, welche er ſtets für ſein Vater⸗