13
es bedurfte: Columbus und Gonſalvo von Cordova, um ſein Gebiet weithin auszubreiten; imenes, um das Er⸗ worbene zuſammen zu halten; und gewiß ſtarb Torque⸗ mada, der Beichtvater der Königin, zu ſpät, da ſie ihm ſolch einen Nachfolger gab. Iſabella, die Tochter Caſti⸗ liens, welche durch die Liebe ihrer Caſtilianer auf einen Thron erhoben war, den ſie wohl mit ihrem Gatten thei⸗ len, aber nicht an ihn verſchenken durfte, hatte kaum den Mönch von Toledo zu ſich erhoben, als ſie ſchon das Ueberwiegende ſeines Geiſtes erkannte. Wir ſehen einen ganz andern, als weiblichen Willen in der unerbittlichen Strenge, mit der die Mauren das Chriſtenthum anzuneh⸗ men gezwungen wurden und mit der man die unbekehr⸗ lichen Juden aus Spanien vertrieb, und des Königs Hand führte dieſe Streiche nicht. Gerne hätte Ferdinand die Fliehenden in ſeinen Staaten zurückbehalten. Man hat dieſe Härte Fimenes oft als einen politiſchen Fehler an⸗ gerechnet — der einzige, den ſeine ſtrengſten Richter ihm vorzuwerfen haben — aber ſie läßt ſich ſchon ſehr gut vom Standpunkt des gläubigen Katholiken, welcher der ſeine war, vertheidigen, und wir möchten überdieß noch behaupten, daß dieſer Rath gerade ihn als einen feinen und ſcharfſichtigen Staatsmann erſcheinen läßt.
Spaniens Lage war damals keine beneidenswerthe. Sein Nachbar Portugal war nicht der zuverläßigſte; es hatte im Norden das ewig wühlende und eiferſüchtige Frankreich, Neapel und Rom zur Seile, die Barbarei zu ſeinen Füßen, Beſitzungen in weiter Ferne, deren Reich⸗ thum und Werth man noch nicht kannte, und die mehr Kräfte nahmen, als gaben. In ſeinem Schooße tobten trotzige und unabhängige Lehensträger, ſein Regierungs⸗ ſyſtem ſchwankte. Caſtilien und Arragon, noch beſondere Königreiche waren wohl durch die Ehe ihrer Fürſten mit einander für dieſen Augenblick verbunden, aber nicht durch eine geſicherte Erbfolge für immer an einander gekettet. In vieſer Lage konnte es Spanien nur geſährlich ſein, wenn die Ruhe in ſeinen granadaſchen Eroberungen ge⸗


