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„Welche Unruhe hat Euch denn hierhingetrieben?“
„Ein Bericht von neuen Bewegungen unter der Par⸗ thei des Infantadv.“
„Und was weiter?“ frug der Regent lächelnd.
„Ei, iſt das nicht genug?“ frug der Utrechtner be⸗ fremdet. „So wiſſet denn auch, daß Don Fernando, oder beſſer ſeine Günſtlinge, dieſe Bewegung leiten.“
Das wußte ich. Meint Ihr wirklich, daß Fernando ſich ohne mich in Madrid bewege? Ich mußte ihn ſo⸗ weit gehen laſſen, damit die Maßregeln genommen werden konnten, welche ich mir hier vorſchreiben laſſe.“ — Bei den Worten wies er auf eins der Papiere, welches er aus dem Packet nahm.
„Wie, ſo gehen die Befehle, welche man uns aus Brüſſel zuſendet, gar von Euch aus?“
„Würde ich Ihnen anders Folge leiſten? Aber lest dieß und Ihr werdet geſtehen, daß es nothwendig iſt, daß dergleichen harte Dinge ſcheinbar vom König unmittelbar ausgehen.“
Adrian las mit einem Erſtaunen, in das ſich ſicht⸗ barer Schrecken miſchte; ſchaute dann Fimenes mit einem Unwillen an, der vergebens mit ſeiner Verehrung ſtritt, und rief:
„Ihr ſeid ein großer Mann, Kardinal Zimenes! Wahrlich, Ihr hättet Papſt werden müſſen!“
„Das wäre vielleicht gut für die Kirche, für die ganze Chriſtenheit geweſen,“ ſprach der Regent. „Aber auch hier bin ich an meinem Platze, glaubt mir das.“
Und darin hatte er ſehr Recht. Ein flüchtiger Blick auf Spanien und ihn ſelbſt wird uns davon überzeugen.
Nie iſt die Frage gelbst worden, wer das Auge Iſa⸗ bellens erleuchtete, als ſie dieſen Mann aus dem Innerſten eines Kloſters zu ſich berief, und in einem Augenblick, wo er gerade von einer Probezeit aus Caſtelna zurückkehrte und aller irdiſchen Größe freiwillig entſagt hatte. Es ſchien aber im Rath der Vorſehung beſchloſſen, daß Spanien damals alle großen Männer haben ſolle, deren


