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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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imenes uns alle mühvolle und wichtige Staatsdienſte abnimmt. So werden auch dieſe Depeſchen vielleicht an Seine Eminenz allein gerichtet ſein, wird er allein dieſe Befehle ausführen ſollen. Gebt mir ſie auf ſeine Ver⸗ antwortlichkeit!“

„Zwei große Kirchenfürſten und der Befehl meines Herrn; und ich Armer ohne alle Macht, als meine Treue!“ ſeufzte der Jüngling, das Packet feſter an ſich drückend. imenes blickte ihn lächelnd an; aber das leiſe Scharren ſeiner Füße ſagte doch, daß er anfing, ungeduldig zu werden.

„Donna Valentina Maria da Arrero!“ meldete ein Camarero, während ſich die Flügelthüren ſchnell öffneten und eine junge ſchöne Frau eintrat, deren weißes Atlas⸗ gewand von Stickereien und Edelgeſtein ſchimmerte; zwei Negerknaben folgten ihr, die lange Schleppe tragend.

Raſch trat ſie auf den jungen Fläming zu, legte ihm die Hand auf die Schulter und ſprach:

„Gauthier de Vergy! Ich melde Euch im Namen der Königin Johanna, daß Ihr hier in Spanien Niemanden als nur dem Kardiual Aimenes Gehorſam ſchuldig ſeid.

Der Angeredete wandte ſich ſchnell um, ſah die Dame, neigte ſich tief erröthend und gab ſchwer aufſeufzend das Packet dem Kardinal. Dann trat er wieder zurück, ſenkte einem Miſſethäter gleich das Haupt und bedeckte die Augen mit der Hand. Alle Anweſenden erſtaunten nicht wenig über dieſe ſeltſame Umwandlung, den plötzlichen Gehorſam nach einem ſo unerhörten Widerſtand. Nur der Kardinal blieb ſo gleichgültig, als ſei ihm das Packet auf die ge⸗ wöhnliche Weiſe zugekommen, öffnete es und begann, die darin befindlichen Aktenſtücke zu durchlaufen, ohne ſich im Mindeſten um den Kardinal Adrian zu kümmern, der ſich geduldig in den ihm angebotenen Lehnſtuhl niederließ.

Donna Valentina näherte ſich vertraulich dem Seſſel des Regenten — wie wir imenes forthin nennen werden — und ſprach mit ſchmeichelnder, faſt kindlich ſanfter Stimme: