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horſamt; das kann man nicht von all Euren Landsleuten ſagen; Euch will ich nicht zwingen.“
Und mit höher erhobener Stimme frug er:
„Weiß Jemand, ob der Biſchof von Tortoſa bereits weggegangen iſt?“
„Er iſt bereits zurück!“ ſprach Adrian von Utrecht, ſo vertraulich und ohne Umſtände eintretend, als ob er einen Utrechtner Gildenmeiſter beſuche, während imenes ihn mit ernſtem Bückling und vielem Cerempniell empfing.
„Ich komme noch einmal wieder, erlauchter Bruder, denn ich habe eine beunruhigende Neuigkeit.“
„Eine Neuigkeit, welche Euch beunruhigt,“ erwiederte imenes lebendig. „Wir für unſer Theil fürchten Niemand, als Gott, und haſſen nur unſre eigenen Sünden und die ungeſchickten Räthe Seiner Hoheit.“
„Sagt nur die flämiſchen,“ ſprach Adrian. „Ein Mann wie Ihr muß ſtets aufrichtig ſein.“
„Wenn Ihr die Wahrheit mehr liebt, als die Höflichkeit, wohlan, Monſennor!“ antwortete der Kardinal. Wir wünſchen aber Eure Gegenwart weniger zu Wortwechſeln, als viel⸗ mehr um dieſem Edelmann, einem Eurer Landsleute, der miz unſern Gebräuchen wenig bekannt ſcheint, deutlich zu machen, daß einer von uns, Ihr oder ich — fügte er mit Nachdruck hinzu — ſtets das Recht hat, Briefe aus Brüſſel zu empfangen, ohne daß er darum all die Herrn zuſammenberufen müßte. Eine vierköpfige Regierung iſt ein Ungeheuer, welches in Spanien nicht leben bleiben kann,“ ſchloß er, wie in ſich hinein redend. Dem hollän⸗ diſchen Biſchof aber waren die Worte nicht entgangen.
„Niemand iſt davon mehr überzeugt, als Gure Mit⸗ regenten,“ antwortete er bitter und fuhr dann, zu dem Fläming gewandt, in einem Tone fort, der wohl höflich, aber zugleich ſcharf und verdrießlich klang:
„Unſer Bruder von Toledo gibt uns ſo ſelten Gelegen⸗ heit, ihm einen Dienſt zu beweiſen, daß wir uns um ſo mehr beeilen müſſen, dieß zu thun. Man weiß in der That zu wenig in Brüſſel, wie eifrig und willig der Kardinal


