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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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5 . die Mode jungen Edelleuten zu tragen erheiſchte. Er bog ein Knie vor dem Kardinal, erhob ſich aber ſchnell wieder und hielt das Packet zurück, nach welchem Zimenes die Hand ſchon ausgeſtreckt hatte.

„Was ſoll das bedeuten Sennor?“ frug dieſer, der plötzlich die ganze Ermattung abzuwerfen ſchien, der er ſich einen Augenblick hingegeben hatte. — „Ihr ſtört uns in unſerm Gebet mit einem Worte, welches uns zwang, Euch augenblicklich Gehör zu ſchenken und jetzt zogert Ihr, uns Eure Aufträge abzugeben?“

„Hoher und mächtiger Herr!“ ſprach der Jüngling ehrerbietig aber mit Feſtigkeit, „dieſe Briefe ſind für die Regentſchaft beſtimmt, nicht für den Kardinal Kimenes; und die Regentſchaft beſteht aus dem Kardinal Adrian, Herrn von Chau und dem Baron von Amerstorff — ſo ſagte man mir.“

„Füget noch ſo viel Fläminge hinzu, als Mauren⸗ und Chriſtenkonige in dieſem alten Königreich geherrſcht haben,“ fiel Kimenes ein. „Das Alles kann mich nicht hindern, Euer Packet zu nehmen und zu leſen, wenn es mir gefällt. Es gibt jetzt nur einen König, der in Spanien befiehlt, und nur einen Regenten, der ſeine Befehle ausführt. Das werdet Ihr erfahren, junger Mann, ehe die flämiſche Weiße Eurer Wangen durch unſere Süd⸗ ſonne gebräunt worden iſt.“

Der Jüngling trat einen Schritt zurück.

„Verzeiht mir, Hochwürdigſter, aber wenn auch die Söhne Flanderns friſch, gleich Euren Töchtern, ſind, dann wiſſen ſie doch, Männer zu ſein, wenn es den Dienſt ihres Grafen gilt. Wollet befehlen, daß Eure Amtsgenoſſen zuſammenkommen.“

Der Kardinal, der bis jetzt die Augen noch halb geſchloſſen gehalten hatte, öffnete ſie ein wenig und warf einen längern Blick auf den Jüngling, während er halb gütig, halb ironiſch lächelnd ſprach:

„Ihr verſteht wenigſtens die Herren, denen Ihr ge⸗

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