Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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ohne nachzugeben, muß ſie zu ſehr in die Netze Satans verſtrickt ſein.“

„Ach, nimm das nicht ſo ſtreng!“ ermahnte die Wittwe. „Wenn der lutheriſche Predigerherr weg iſt, dann verſchließt das langſam wieder. Es war gewiß ein ein⸗ fältiger Streit mit ihrem Beichtvater; die Herren ſind auch oft ſo närriſch vor Hochmuth und ſpielen ſo ſehr die Obern, daß ſie die Gemüther mehr niederdrücken und be⸗ ängſtigen, als tröſten und erheben. Das thun ſie alles um weltliche Vortheile. Und wenn Deine Ottilie gute Augen hatte, dann iſt's nicht zu verwundern, daß ſie da⸗ gegen war. Ich habe es ſelbſt erfahren, wie ſie ſich in Alles miſchen, was ſie nichts angeht. Als Dein Vater ſeliger auf dem Sterbebette lag, und ich auf Andringen der Freunde den gelehrten Herrn Doncerius, den Doktor, zu Rathe zog, iſt da unſer Pfarrer nicht gekommen und hat er nicht faſt im Hauſe das Unterſte zu Oberſt ge⸗ kehrt und geſagt, daß wir viel beſſer thäten, es mit den heiligen Reliquien von Sankt Agnes zu verſuchen? Und als der Doktor, der ein heftiger Mann war, ihn vom Bette wegtrieb, weil er uns in der Sorge für den Kranken nur hinderte, hat er da nicht gethan, als ob wir die Kirche geläſtert hätten, und habe ich nicht heimlich ihm die Hände voll guter Carolusgulden ſtopfen müſſen, weil ich fürchtete, er moͤge den Sterbenden ohne die Sacramente laſſen ?“

„Und Ihr habt die Reliquien nicht gebraucht und der Vater iſt geſtorben!“

„Leider,“ ſprach die Wittwe und zuckte die Schul⸗ tern. „Und hat derſelbe Pfarrer mir nicht noch kürzlich Vorwürfe gemacht, ich hätte meine Kinder nicht in Gottes⸗ furcht erzogen, bloß weil Johanna ſeit ihrem Unglück nicht ſo fleißig mehr zur Meſſe geht . . .

„Mutter, man ſoll nicht der geiſtlichen Obrigkeit übel nachreden, wenn auch böſe Hirten unter ihr ſind. Nun wo ihr von Johanna ſprecht, vermehrt ihr meinen Kummer