Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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„o ſo ſage mir es doch endlich, denn ich zittere, wenn ich denke, was ſich Alles zugetragen haben kann.“

Und er fing an, ihr mitzuheilen, was wir wiſſen, ſo geregelt und zuſammenhängend, wie ſein Schmerz es ihm erlaubte, der nun, wo das ſchwere Wort ausgeſpro⸗ chen war und bei den ſüßen Thränen des Mitleids lang⸗ ſam ven wilden Ausdruck der Verzweiflung verlor, um tiefer Betrübniß über den nie zu erſetzenden Verluſt Platz zu machen. Als die gute Wittwe Alles wußte, rief ſie mit dem ihr eigenen Kopffchütteln aus:

„Ach, es iſt eine klägliche Zeit, in der wir leben, und wo Frauen ſich um die Religion bekümmern! Aber das kommt von all' dem Troß von Bedienten im Hauſe, die ihr alle Sorge aus den Händen nehmen und ihr müſſige Zeit zum Dichten und Denken geben, als ob es ſich nicht auch für die adligen Hände ſchickte, weibliche Arbeiten zu verrichten. Aber ich ſehe noch nicht ſo viel Unrath darin, Arnold, mein beſter Sohn, obſchon es ſchlimm ge⸗ nug iſt, daß Du ihr in übler Laune ihr Wort zurückge⸗ geben haſt und obſchon Prahlhänſe genug ſein werden, die nicht ſo ſehr auf die Religion ſehen. Aber wenn ſie Dich liebt, dann bereut ſie es und Johanna, die verſtän⸗ dig und klug iſt, wird ſchon Alles wieder in Ordnung bringen, das glaube mir, mein treuer Arnold. Sieh mich darum nicht mehr ſo verwildert an, als ob Du mit aller Hoffnung zerfallen wärſt; glaube mir, ſage ich, ſie wird die dummen Dinge ſchon von ſelbſt aus dem Kopfe los werden.“

„O wenn es moͤglich wäre, daß ſie zur Einſicht käme!“ rief Arnold leidenſchaftlich und Etwas, wie ein Strahl der Hoffnung ſchimmerte auf einen Augenblick in ſeinem Auge, aber ſchnell ließ er die erhobenen Hände ſin⸗ ken und ſein Blick umdüſterte ſich wieder und er fuhr fort:

„Nein, da ſie mich ſo hinweggehen laſſen konnte,