Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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würde, ſobald es geſagt ſei: „Meine Heirath iſt nichts, Mutter, nichts, auf ewig!“

Und er warf ſich mit wilder Heftigkeit in ihre Arme.

Die alte Frau mußte den männlichen, kräftigen Jüngling ſtützen; Arnold, den ſeine geiſtigen Eigenſchaf⸗ ten, Kenntniſſe, Alles ſo weit über die Frau erhoben, die ſo beſchränkte, bat ſie um Ermuthigung, ſie, die ihn nie verſtanden, die zu ihm aufgeſchaut hatte, der ſich über ihr fühlte. Aber ach, auch das beſchränkteſte Mutterherz verſteht ſtets den Seelenſchmerz des Kindes, ſelbſt des Höchſt⸗ begabten — und iſt nicht auch für jeden Sohn die Bruſt der Mutter das beſte Plätzchen, um ſich ſatt zu weinen? Und wenn der Zug der Natur ihn dahin treibt, dann iſt keine Mutter ſo ſehr beſchränkt, daß ſie nicht das Schluchzen ſeiner Verzweiflung in die ruhigeren Thränen des Schmerzes umzuwandeln wüßte. O es war tief ergreifend, wie der müdgeſtrittene Aar da Troſt und Schutz ſuchte unter den Flügeln der treuen Henne.

„O ich ſehe es, meine Furcht war nicht eitel,“ ſprach die Wittwe, „wenn ich ſie auch tief in meiner Seele ver⸗ barg; es war ein allzuhoher Stand, zu dem Du Dich erheben ſollteſt und nun kroͤnt die Hochgeborne Deine frohen Erwartungen mit ſchmählicher Täuſchung. Pfui über ſie!“

„Nein, das iſt nicht ſo, Mutter, ſie beklagt die ge⸗ brochene Treue mit bittern Thränen. Ich habe gebrochen, ich zuerſt „

„Dann war es nicht ernſt gemeint. Liebeszänkereien entſtehen durch ein Wörtchen und enden mit einem Kuß.“

„Nein, Muter, es iſt kein übereilter Zwiſt, wobei an Reue und Verſöhnung zu denken wäre; wir find auf Erden für ewig getrennt und, wenn die heilige Jungfrau e meine Bitten und Klagen erhört, dann auch jen⸗ eits.“

„Kind, Kind!“ jammerte die Mutter, die mit Thrä⸗ nen und Liebkoſungen ſeinen Schmerz zu lindern ſuchte;