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diges Bild übergroßer Ermüdung oder verzweiflungsvollen Schmerzes.
„Ihr guten Heiligen, Arnold!“ rief Frau Reiniersz.
Ja wohl, es war Arnold, aber es bedurfte wahrlich eines Mutterauges, um ihn auf den erſten Blick zu er⸗ kennen, ſo wenig glich er ſich ſelbſt. Die wüſten, verwil⸗ derten Züge, das tiefleidende Geſicht, die ohnmächtig zu⸗ ſammengeſunkene Geſtalt — war das Arnold? War das ihr ſtolzer Sohn? Selbſt ſeine Kleidung war ganz ver⸗ dorben. Staub und Thau hatten dem Sammt ſeines Hutes und dem Tuche ſeines Mantels allen Glanz genom⸗ men und die Federn hingen ihm über's Geſicht, geknickt, wie ſein Herz.
„Arnold! Mein Sohn Arnold! Was fehlt Dir?“ rief die Mutter, auf ihn zueilend und mit bekümmerter Liebe ſeine Hände in die ihren nehmend. Ihre brennende Glut erſchreckte ſie.
„Iſt denn Unrath zu Dordt? Sind die von Geldern in's Stift gefallen? — Doch nein, das würde Deine wackere Seele nicht ſo ſehr niederbeugen.“
„Ich komme von Lauerneſſe,“ antwortete er ſchnell und mühſam Athem holend.
„Benedeite des Himmels! Iſt Ottilie unwohl?“
„Den Fremden weg!“ rief er, den Kopf ungeſtüm hintenüber wider die Eichenbretter der Wand werfend.
Es bedurfte für Laurenz keiner feryern Bitten, um ſich von einer Scene zu entfernen, wo er ſo überflüſſig war. Es wäre vielleicht gut, dachte er, ſein Aafken auf den Anblick des Zuſtandes Arnolds vorzubereiten. Darum ging er den wohlbekannten Weg zum Saale.
„Und nun ſprich, mein Sohn,“ bat die Mutter, bleich vor banger Erwartung. „Schütte Dein Herz aus an der Bruſt Deiner Mutter.“
„Darum bin ich gekommen,“ antwortete er düſter und ſchnell fügte er hinzu, wie wenn es ihm leichter ſein


