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„Laurenz kommt, um Abſchied zu nehmen,“ ſprach Hugo voreilig, als er ſah, daß ſein Freund ſchwieg.
„So ſchnell, Corneliszen?“ frug Frau Reiniersz einigermaßen verwundert. Aafken wußte es gewiß ſchon, denn ſie bewies nicht das mindeſte Erſchrecken oder Stau⸗ nen, obſchon ihre leichte Röthe ſchwand.
„An dem eigenfinnigen Kopf iſt nichts zu beſſern,“ fiel Hugo ein; „ich habe ihn ſo herzlich gebeten, doch nicht zu gehen, bevor wir in Lauerneſſe banquetirten, aber das hilft Alles nichts, ſelbſt das nicht, daß ich ihm mit gutem Beiſpiel vorangehe und meine Reiſe nach Italien bis nach den Feiertagen verſchiebe — Alles umſonſt.“
„Pflicht geht vor Vergnügen,“ antwortete Laurenz. „Ich bin ſchon länger geblieben wie ich ſollte, und muß weg — obſchon ich das beſte Theil von mir hier laſſe,“ fügte er leiſer, zu Aafke gewendet hinzu; „und ich mich einſam fühlen werde in dem wimmelnden Amſterdam und im Dunkeln bei lichtem Tagesſchein, wenn mir nicht mehr Deine hellen Sterne ſtrahlen, mein holdſelig Mädchen.“ — Dann ſchwieg er plötzlich und es ſchien, als richte ſich ſeine ganze Aufmerkſamkeit auf Aafkens ſchnurrendes Rädchen oder auf das ſchöne Füßchen, welches dasſelbe in Bewegung ſetzte.
„Siebenmal!“ rief Hugo jetzt, an den Fingern zählend.
„Was meinſt Du damit, Bruder?“ ſrug Aafke, an welche das Wort gerichtet ſchien.
„O nichts, ich zählte nur, wie oft Dein Fädchen brach, ſeitdem wir hier find.“
Die Jungfrau erröthete tief.
„Das wird kein gleiches Linnen werden, welches man von dem Garne webt, Kind,“ bemerkte Frau Reiniersz.
„Das wäre Schade,“ ſprach Hugo neckiſch, „denn es ſollen gewiß feine Hals⸗ und Taſchentücher für die Ausſteuer geben, nicht wahr Schweſterlein?“
Aafken erröthete noch mehr.


