Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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einer Handelsreiſe nach dieſer Stadt mit Hugo unter Um⸗ ſtänden Bekanntſchaft gemacht, welche ſie enger an ein⸗ ander ſchloßen, als es bei der Verſchiedenheit ihrer Cha⸗ raktere und ihrer Bildung möglich ſchien. Welche dieſe Umſtände waren, erfahren wir zu gelegener Zeit.

Auf Laurens' liebem Geſicht lag tiefe Seelenruhe; Scharfſinn und Aufrichtigkeit ſprachen gleich laut aus ſei⸗ nem hellen und klaren Auge von ſchönſter, lachender Bläue. Die mittelhohe, glatte Stirn zeugte von Ruhe und Feſtig⸗ keit. Eine kräftige Geſundheit hatte dem übrigens blanken Geſicht die friſche Röthe gegeben, und ließ die ſchönen Zähne von Weiße glänzen und füllte das Eckige jedes Zuges gefällig aus. Auch die markige Geſtalt und die breite Bruſt zeugten von kräftigem Bau. Zwiſchen dem Ernſt ſeiner Züge ſchimmerte der Hauch von Güte und Behaglichkeit hindurch, der ſtets ein glückliches Tempera⸗ ment verkündet. Kurz, es war eine dieſer echt holländi⸗ ſchen Figuren, die van der Helſt ſpäter ſo getren wieder gab und denen man ſtets ſo gerne in ſeinen Gemälden begegnet: Scharfblick ohne Liſt, Fülle ohne Schwerfällig⸗ keit, keine ſprechenden Leidenſchaften und doch ebenſowenig Unbedeutendheit, heitere Fröhlichkeit und doch das Geſetzte, welches eigentliche Luſtigkeit nicht zuließ. Und ſein In⸗ neres ſtrafte das angenehme Aeußere keineswegs Lügen, als wir dieſes beſchrieben, zeichneten wir zugleich den Charakter des Jünglings, denn ſo konnte man ihn noch nennen. Die Wittwe Bakelze ſchien keine ſchlechtere Mei⸗ nung von ihm zu haben, denn ſie ſah mit mehr mütter⸗ lichem Wohlgefallen, als ſie vielleicht für den Augenblick noch kund geben wollte, zu, mit welch vertraulicher Zärt⸗ lichkeit er ſich ihrem hübſchen Töchterchen näherte, und Aafke ſelbſt es ſcheint, ſie hat ſich ſchon genug verrathen und wenn nicht . . . ach, die ſüße Verlegen⸗ heit, mit der ſie ſeinen Gruß erwiederte und ihre Hand, von der ſie vergaß, daß ſie in der ſeinen ruhte, die haben ſchon alles geſagt.