Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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ſeiner Geburt bin ich damit beſchäftigt, denn ich ſagte zu mir ſelbſt: die Frau meines Sohnes ſoll vor ſeiner Mut⸗ ter Reſpekt bekommen, wenn ſie all den Vorrath im Hauſe ſieht.“

Und wer die großen, ſchön polirten Käſten und Schränke mit ihren kupfernen Beſchlägen geſehen hätte, die alle von Leinwand ſtrozten, und wer ſich dabei erinnert hätte, daß damals die Arbeiten der holländiſchen Web⸗ ſtühle als koſtbare Geſchenke zwiſchen Fürſten gewechſelt wurden, der würde die Wittwe Reinierz nicht der Prah⸗ lerei beſchuldigt haben.

„Und, um aufs Silber zu kommen, welches bei Mei⸗ ſter Fijnoert in Arbeit iſt; dieſen Morgen hat der mir ſagen laſſen, daß es nicht gut fertig ſein könne vor Sankt Jacob, weil die Kirchweihe von Sankt Peter und Paul dazwiſchen fällt, und die ihm alle Hände voll gibt. Und in Bezug darauf iſt es wohl gut, Kind, daß ſie noch ein wenig mit der Hochzeit warten.“

„Die Urſache davon iſt nicht weit zu ſuchen, Mutter, muß Arnold nicht vorher noch mit ſeinen Dolveten zur Muſterung nach dem Haag?“

Unter dieſen Worten hatte die Jungfrau aufs Neue einen verſtohlenen Blick zur Thüre hin gewagt und dieß⸗ mal ſchaute ſie mit hohem Erröthen wieder auf ihre Ar⸗ beit zurück. Es traten zwei Jünglinge herein und gewiß war einer von Beiden der Erwartete. Man ſah an dem vertraulichen Gruß und an dem ganzen Empfange, der herzlich war, ohne daß dabei Verwunderung in's Spiel gekommen wäre, daß ſie weder fremd noch unerwartete Gäſte waren. Der Kleinſte, welcher die altflämiſche Klei⸗ dung trug, die enganſchließenden Beinkleider und das Wamms, Beides mit zahlreichen Einſchnitten, mit Halb⸗ ſtiefelchen von farbigem Tuch, und einem kurzen, ſchwarz⸗ ſeidenen, mit Scharlach gefütterten Mäntelchen, begrüßte Frau Reiniersz als Mutter, während er das deutſche Ba⸗ rett, mit filbernen Borten und einer großen Roſe ge⸗