Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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mir, wenn ich daran denke, daß ich die hohe Jungfrau Tochter, daß ſie mich Mutter nennen ſoll und daß ich ſie in meinem ſchlechten Häuschen empfangen ſoll, die von einem adligen Schloſſe kommt.“

„Macht Euch darum keine Sorgen, Mutter; von Johanna weiß ich, daß ſie ſchon ſeit lange gewünſcht hat, hierher zu kommen. Und ſie wird Euch gewiß lieben und Euch mit Ehrerbietung begegnen, denn ſie hat ſich ſchon mit Arnold gefreut, daß ſie jetzt wieder eine Mutter be⸗ komme und nicht länger Waiſe bleibe.“

Die Wittwe fühlte, daß ihr Auge ſich näßte.

„Arm Schäfchen,“ ſprach ſie; „verwaist von der Wiege an! Es iſt gewiß ein liebes Kind und mein Ar⸗ nold iſt ein braver und hochherziger Mann, der kein Mäd⸗ chen zur Frau nehmen würde, von dem er nicht ſicher wüßte, daß es ſeine Mutter ehre. Und die guten Heili⸗ gen ſind mit ihm geweſen und haben ihm ſeinen Theil gegeben ganz nach ſeinem Herzen und ſeinem Sinn. Denn meines Sohnes Gemüth ſtrebte ſtets nach dem Hohen und ſeine Kenntniſſe und ſein Geſchmack und all das ſind eher die eines Fürſten, als eines Bürgers. Darum iſt es ganz gut für ihn, als Herr auf dem adligen Schloß zu herrſchen, und die von Lauerneſſe hätten wohl einen ſchlechtern Herrn finden koͤnnen, wie Reiniersz Bakelsze, wenn er ſchon kein Ritter iſt.“

Aafke, welche wohl wußte, welche Geſpräche der gu⸗ ten alten Frau zumeiſt ſchmeichelten, und die wahrſchein⸗ lich ein Intereſſe dabei hatte, ſie in guter Laune zu hal⸗ ten, ſprach jetzt:

„Und wenn Arnold ihr auch kein Rittergut zubringt, einen größern Ueberfluß an Leinwand und ſchoner geſpon⸗ nene und netter gewebte, hat keine Gräfin von Waſſengar in ihren Schränken, als die, welche Ihr ihm mitgebt.“

„Ja, ſüß Mädchen, das iſt ein wahres Wort, wel⸗ ches Du da ſprichſt,“ antwortete Frau Reiniersz vergnügt lächelnd. „Ich habe Alles ſelbſt geſponnen und faſt ſeit