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„Und wenn es mir offenbart würde, dürfte ich dann die Eigenliebe über mein heiliges Werk ſetzen?“
„Melanchthon hat Euch meiner Obhut anvertraut.“
„Ich weiß, was er, wenn er hier wäre, ſagen würde.“
„Noch bitte ich, junger Fanatiker; wiſſet aber daß ich auch befehlen kann.“ .
„Thut das nicht Herr, denn es würde mir ſchwer fallen, Euch ungehorſam zu ſein.
„Ihr weist einen mächtigen Schützer von Euch und den koͤnntet Ihr noch nöthig haben, ich verſichere es Euch.“ „Der beſte Schutz iſt Gott!“ erwiederte Paul mit
euer.
„Und wenn es denn ein Vater wäre, zu dem man Euch führen wollte?“
„Ein Mann, wie Ihr, lügt nicht!“ rief Paul mit hochrother Wange. „Ein Vater! O Herr und Gott, die Verſuchung iſt groß. Ein Vater!“
Und halb entſchloſſen nahte er dem Vicar.
Da trat Johanna ſchnell auf ihn zu. Ihr Blick hatte während der ganzen Zeit forſchend auf Pater Bal⸗ duin geruht, während ſie in geringer Entfernung an ei⸗ nen Baum gelehnt ſtand, da ſie keinen Antheil am Ge⸗ ſpräche hatte. Jetzt aber ſah ſie Paul wanken und ſie meinte, ihn ſtützen zu müßen.
„Wer Vater oder Mutter mehr liebt, als mich, der iſt meiner nicht werth!“ ſprach ſie in dem ihr eigenen und ergreifenden Tone; erſchrocken trat Paul zurück. Ein Seufzer bebte auf ſeinen Lippen, als er ſprach:
„Das iſt ein ſchweres Opfer.“
Und ſchnell entfernte er ſich mit der ihn ſtützenden Johanna.
„Der Unfinnige, ich werde ihn zwingen müſſen,“ ſprach Balduin zu ſich ſelbſt. Da kehrte Paul plötzlich zurück, er hob flehend die Hände und bat:
„O wendet den Vaterfluch von dem Sohne ab!“


