Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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„Aber wie könnt Ihr mit Eurem wenigen Wiſſen und Eurer geringen Einſicht über die Kirche Jeſu und die richten, welche ſie auf Erden vertreten?“

„Dieß ſage ich nicht aus mir ſelbſt, Herr; aber Paul hat mich dazu angetrieben und mir Muth gegeben, mich mit Gottes Wort bekannt zu machen. Er hat mir vorgeleuchtet und nun weiß ich gut, wie die Kirche von der reinen Lehre des Wortes abwich und von der urſprüng⸗ lichen Reinheit des Chriſtenthums, von der Bruderliebe und der Zucht, und wie die Seele nicht zu retten und das Herz nicht dadurch zu beſſern iſt, daß man ſtumpffinnig in den Irrthümern verharrt, welche Mönche und Geiſtliche (pergebt mir das Wort, ich achte Euch darum nicht minder!) uns vorſchwätzen, ſie, die durch den ſchändlichen Ablaßhandel die große und ganze Erlöſung des Heilandes ſchmälern, den Gebeinen verſtorbener Menſchen mehr Ehre beweiſen, als Gott dem Herrn und ſeinem lieben Sohn, und

„Paul hat Euch zu dieſen Unterſuchungen berechtigt, ſagt ihr“ — fiel der Vicar mit Würde ein — „wer aber hat ihn dazu berechtigt? Wer gab ihm die geiſtliche Weihe? Wer berief ihn zur Verkündigung des Wortes 2 ihn, den Knaben, der in erſter Jugend noch ſteht und nicht mit ruhigem Gemüthe über dieſe hohen Dinge zu denken vermag, der das nicht kennt, worüber er urtheilt, deſſen Geiſt noch nicht gereift iſt, denn ſeine Gluth, die Euch verführt und mit ſich fortreißt, iſt ein wild und ver⸗ zehrend Feuer, welches ſich ſelbſt verzehren, und von dem nichts bleiben wird, als die kalte Aſche, und die macht nicht fruchtbar zu guten Werken.

„O ſprecht nicht ſo von dem geſegneten Jüngling, auf dem ein Theil von Luthers Geiſt ruht, Luthers, den der Herr geſandt hat, um zu vernichten, was ſeine Ehre ſchmälert.“

„Und wer iſt Luther, Verirrte, daß Ihr auf ihn ver⸗ traut, wie auf einen Unfehlbaren, daß Ihr auf ſein Wort