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nach ſeiner Abreiſe folgten Geſchäfte aller Art, unter denen faſt erliegend er ihrer ganz vergaß, bis die Rache⸗ ſucht der Mönche ſie ihm auf eine ſo traurige Weiſe wieder ins Gedächtniß zurückrief. Vor Allem war der Vicar über Ottilie in Unruhe. Er kannte die Jungfrau beſſer, wie ihr armſeliger Beichtvater. Er wußte, daß Alles, was dieſer Lauheit nannte, nichts anderes war, als der Widerſtand des geſunden Menſchenverſtandes gegen Ungereimtheiten und die Unbefriedigtheit eines Geiſtes, der weiter dringen wollte, als zur todten Form. Er ſelbſt theilte dieſe Gefühle mit ihr, aber nie hatte er ſich dar⸗ über in Geſpräche mit ihr einlaſſen wollen, die leicht weiter hätten führen können, als es nützlich geweſen wäre; er erkannte keinem Laien das Recht zu, ein Urtheil in Sachen der Kirche zu fällen. Darum hatte er geſchwiegen; aber ſollte Paul auch geſchwiegen haben? Und was hatte er geſprochen? Gewiß, wenn er geſprochen hatte, dann war ſie verloren. Und was bürgte dem Vicar dafür, daß er geſchwiegen? Ein gegeben Wort, aber wem gegeben? Einem Beſchützer, welcher ihn unbarmherzig ſich ſelbſt überlaſſen und inmitten von Fremden; und das einem katoliſchen Prieſter gegebene Wort konnte nicht vor dem glühenden Predigereifer des jungen Lutheraners Stand halten. Und Wochen waren ſeitdem verlaufen! Würde er ſelbſt Paul noch finden? Oder wenn er weg war, wo und wie ihn finden? Mehr Perlen der Angſt, als der Er⸗ müdung tropften von dem ernſten Geſicht des ehrwürdigen Mannes, als er nach einem ſchnellen Ritte in der Abend⸗ dämmerung in Lauerneſſe anlangte, und zwar am ſelben Tage, an welchem die traurige Scene dort ſtattgefunden, deren Herbeiführung er ohne ſeinen Willen verſchuldete. Balduin trat nach ſeiner Ankunft im Schloſſe gerade aufs Zimmer des Edelfräuleins zu, um über ſeine beäng⸗ ſtigenden Vermuthungen bald ins Reine zu kommen, doch ein fremder Diener von ſchroffem und finſterm Aeußern und ohne Livree ſagte ihm, daß Ottilie nicht zu ſprechen


