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in ſeiner ſehr geliebten Nichte. Philipp von Burgund wünſcht Eure Freundſchaft für Arnold Bakelsze!“
Aber daſſelbe Zöͤgern und Schweigen dauerte fort; hier und da griff ſelbſt eine Hand krampfhaft nach der linken Seite. Es war ſo hart für einen ſtiftiſchen Edel⸗ mann, ſich einen Wunſch oder Befehl (vielleicht ſynonym) von dem Biſchofe vordiktiren zu laſſen. Sie fühlten, daß ſie ſich beugen mußten, aber ihr Trotz ſprach noch lauter als ihr Intereſſe.
Ottilie ſah bekümmert auf Arnold hin, doch ihre fle⸗ henden Blicke mußten nicht erſt einen aufſteigenden Sturm beſchwören. Er trat ruhig und kalt mitten unter die Männer, welche mit flammendem Auge auf ihn hinblick⸗ ten und die gerade ausſahen, als hätten ſie eben ſo gerne die ſpitzen Schwerter auf ihn gerichtet.
Er begann in der Haltung eines, der ruhig wartete, bis die Reihe zu ſprechen an ihn kam, der aber weiß, daß es in ſeiner Macht ſteht, einen Streit gütig beizulegen.
„Ich bitte Euch, Ihr Herren, ſeid doch ruhig und weiſe. Es wäre doch zu arg, wenn ſtiftiſche Edeln von einem Bürger Utrechts erſt Ritterlichkeit lernen müßten; was aber denkt Euch, iſt es ſo höflich und fein gehandelt, wenn Streit und Zwiſt der Männer den ſchönen Ehren⸗ tag einer Jungfrau verderben? Iſt es ehrenhaft, in Ge⸗ genwart all dieſer Frauen bittere Reden und drohende Blicke zu wechſeln? Gibt es nicht andere Orte und paſ⸗ ſendere Stunden, um ein Manneswort mit einander zu ſprechen? Arnold Bakelsze iſt bekannt genug und braucht nicht gerade in Lauerneſſe aufgeſucht zu werden. Wem die Wahl meiner Dame mißfällt, der fordere Rechenſchaft über die Mittel ab, durch die ich mir ihre Gunſt erwor⸗ ben habe; aber er fordere die nicht hier. Wir find hier alle Gäſte; laßt uns alſo der ſchönen Wirthin die Freude nicht verderben, indem wir den Pokal des Willkomms und der Freundſchaft, den ſie ſo gerne kreiſen ſähe, von Später werde mein Feind wer will, aber


