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für heut ſollten wir alle Freunde ſein, und was meint ihr, wäre es nicht gut, wenn wir es für immer würden ? Wäre es nicht rathſam, daß in dieſen Zeiten der Unruhe und der Gährung der Gemüther die Guten und Starken ſich einander anſchlößen, ſtatt daß ſie ſich entzweien, ſiatt zu fragen: wer von uns iſt Bärger, wer Edelmann? Ich ehre den Adel, ich mache Euch keines Eurer Vorrechte ſtrei⸗ tig, ich ehre die Einſetzungen, welche ſie handhaben, aber was ich andern gebe, das verlange ich auch für mich ſelbſt und ich will nicht verkannt ſein — doch ich bitte Euch, laßt uns einander ſtützen und tragen, laßt uns nicht durch häusliche Zwiſtigkeiten den Kaiſer locken, daß der ſich in unſere Angelegenheiten miſche: die Majeſtät könnte Ver⸗ mittler ſenden, fremde Vermittler, die wir alle würden ertragen müſſen, wie unverträglich wir auch gegeneinander wären. Darum, wenn Ihr meine Worte gut findet, dann nehmt auch die Hand der Freundſchaft, welche ich euch reiche, und den Becher der Sühne, den ich Euch biete.“
Als Arnold begann, hatte eine gewiſſe Scham die Eveln ergriffen, dann kam die Hoffnung auf Genugthuung in ihnen auf;z je weiter er aber ſprach, um ſo mehr fühl⸗ ten ſie, daß er doch Recht haben möge, daß es wahrlich an der Zeit ſei, perſönliche Zwiſte zur Seite zu laſſen. Der Holländer hat ſtets ſein wahres Intereſſe wohl ver⸗ ſtanden, und nur ſelten gieng er ſo weit, dieß ſeinen Lei⸗ denſchaften zu vpfern; auch zögerten die Herren jetzt um ſo weniger, da ihrem Stolze Genüge geſchehen war. Der Bürger, von dem ſie Anmaßungen und Triumphe gefürch⸗ tet hatten, kam zu ihnen, bat ſie um ihre Freundſchaft; nicht ſie boten ihm dieſelbe an; ſie nahmen ſie entgegen, nicht auf den Befehl des Biſchofs, nicht auf die Ermah⸗ nung eines Prieſters hin, ſondern aus eigner freier Ueber⸗ zeugung. Dazu mochte es vielleicht manchem von ihnen deutlich ſein, daß es noch einen andern Adel gebe, als den, deſſen ſie ſich rühmten, daß Arnold dieſen wahrlich beſitze, und daß am Ende auch keiner von ihnen das Recht habe,


