53
das Recht, meine Hand zu vergeben: der Mann, der mein Herr ſein ſoll und Herr von Lauerneſſe, iſt Arnold Ba⸗ kelsze Reiniersſohn.“
Die Verwunderung oder das Mißvergnügen der An⸗ weſenden ſtieg nicht bei dieſer Erklärung, da Ottiliens Eintritt alle Räthſel ſchon gelöst hatte; aber die verſchie⸗ denen Meinungen konnten ſich jetzt Luft machen.
Die Herren von Jaersveld und Nichtevecht entfernten ſich ſtürmiſch, nur Pater Balduin grüßend. Van der Aém warf ſeinen gefüllten Pokal um und blickte herausfordernd auf Arnold hin. Der jüngſte van Zuilen warf einen langen und ſchmerzlichen Blick auf die Jung⸗ frau, neigte ſich vor ihr und ſprach mit bebender Stimme,
„Ich kann Euch nicht beſchuldigen, denn Ihr habt mir nie Hoffnung gegeben; ich war nur unſinnig genug: eine ſolche zu nähren.“
Auch er verließ den Saal.
Die Uebrigen blieben, einige aus Neugier, andere weil ſie ſich weniger gekränkt fühlten ʒ einige ſelbſt feſſelte der Grimm an ihre Stelle.
„Und wie ſteht es um die Zuſtimmung der Vormün⸗ der?“ frug ein bejahrter Edelmann, der für ſeinen Sohn geworben hatte.
„Dieß wird kein Hinderniß für unſere Wünſche ſein,“ ſprach Arnold, der jetzt ſprechen zu dürfen glaubte. Mei⸗ ſter Floris Oem von Dortrecht hätte dieß perſönlich be⸗ wenn nicht dringende Geſchäfte ihn zurückgehalten ätten.
„Und ich habe den Auftrag, dem Ebelfräulein die Verſicherung zu geben, daß ihr hochwürdiger Herr Neffe, der Biſchof von Utrecht ihre Wahl vollkommen gut heißt und billigt,“ ſprach Pater Balduin, den Verlobten ſich nähernd.
„Empfangt meine Glückwünſche, Meiſter Arnold, und wenn Euch die Freundſchaft eines armen Prieſters irgend zu Nutz oder Heil gereichen kann bei Euren ſchö⸗


