Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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anſchmiegende, die ein Blick tödten kann, die ihren letzten Lebensfunken für ein Lächeln gibt, die lieber Opfer ſein will als Göttin, die ſich ſelbſt hingibt, um ganz in einem andern zu leben; und doch lag auch in ihrem Blicke Feſtig⸗ keit, auch auf ihrer Stirn ruhiger Stolz, aber es war die Feſtigkeit unwandelharer Treue und der Stolz auf ſelbſbewußte Frauenwürde. Und um ihren Mund und in den Grübchen ihrer Wangen ſpielte das heitere Lächeln, welches man auf den Seinen vergebens geſucht hätte. Statt der Flammen ſeines Auges hatte das ihre eine liebliche Ruhe, die faſt als Kälte erſchien; aber unter der ſcheinbaren Kälte, die ſo gut zum Schnee ihres Hal⸗ ſes paßte, lag eine Gluth verborgen, die in Stunden der Leidenſchaft wohl ſprechen konnte. So war Ottilie von Lauerneſſe, ſo Arnold bon Bakelsze in dem Augenblick, wo ſie ſich im Saale zeigten, ſelig in Liebe und ſtark durch ihr Glück, ein paar Günſtlinge von ihnen, die ſo ſelten dieſelben Günſtlinge haben, des Glückes und des Verdienſtes.

Sie wurden auf eine ſonderbare Weiſe empfangen, es herrſchte ein peinlich Schweigen bei peinlichem Spre⸗ chen im Saale, man murmelte Grüße und unterdrückte Verwünſchungen, rief Glückwünſche zu und hielt Ausbrüche der Unzufriedenheit mit Gewalt zurück.

Wohl hatte ſich die Jungfrau mit Muth gewaffnet, um ihre unwiderrufliche Wahl laut und feſt zu verkün⸗ den, aber als ſie ſich nun in mitten all dieſer Männer

und Frauen ſah, unter denen ſie ſo manchen durch ein Wort faſt vernichten ſollte, als alle dieſe Blicke ſich auf ſie richteten, — da verſagte ihr einen Augenblick der Athem, um das Wort auszuſprechen, da drückte ſie ſich feſt und ſchüchtern an den Freund und ſuchte im Kreiſe umher nach einem Lächeln der Ermuthigung. Arnold führte ſie mit einer Miſchung von Aerger und Triumph im Geſichte, ſchweigend zu ihrem Sitze; man ſah ihm an, daß die Rolle, welche er dießmal ſpielte, ihm zu paſſiv war,