Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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des eigentlichen Kleides hingen unbenutzt zur Seite. Wenn auch kein neiviſcher Kragen den üppigen Hals bedeckte, dann ſollte doch kein bewunvernd Auge an ſeiner ſchneeigen Weiße hangen;z ein breiter, goldener Halsſchmuck mit Edelſteinen beſetzt, umſchloß ihn und zeigte Kunſtpracht, wo man Naturſchönheit hätte fordern können. Schade, daß daſſelbe Modegeſetz auch dem goldgelben Haar nicht geſtattete, in natürlichen Locken niederzurollen; glückli⸗ cherweiſe waren ſie wenigſtens nicht ganz verſchleiert und konnten zwei breite Zöpfe dem Zwange der Kopfhülle entſchlüpfen, die überreich mit geſchliffenem Bernſtein be⸗ deckt war. Soll ich noch von den Scharlachſtrümpfen und den perlengeſtickten Sammtſchuhen ſprechen, die ge⸗ wiß keinen ſchönern Fuß umſchließen konnten? doch ihr ſen ſie euch ſchon vorſtellen, wie ſie neben ihrem Arnold and.

Und dann, welch einen ſchönen und doch ſo ſcharfen Contraſt bildeten die Beiden! Arnolds ganze Erſcheinung zeugte von ſeiner Hochherzigkeit und ſeinem Muth, ſeiner Feſtigkeit und ſchonungsloſen Schärfe, es hatte etwas von dem Adler und etwas vom Habicht. Ottilie dagegen war ganz die ſanfte Taube, welche das helle Auge mit Demuth und Vertrauen zu ihm aufſchlug. Man ſah es ihm an, daß ſein Wille unverbrüchlich ſein müſſe, wie die ſtolze Unbeweglichkeit ſeiner Züge, deren ſtrenger Ernſt nur ſel⸗ ten ein Lächeln mildern konnte, daß der Schmerz die ſchwarzen Augen Blitze ſchießen, aber nicht weinen ließ; daß das Schickſal den Mann zermalmen, aber nicht beu⸗ gen konnte. Auf den erſten Blick erkannte man in ihm einen der Männer, welche durch ihr eigenthümliches Uebergewicht auf die Phantaſie der Frauen wirken, die, um zu gefallen, nicht der Schönheit bedürfen, welche Liebe echeiſchen, nicht ſie erflehen, aber die darum auch eine Liebe zurückgeben, die tief und ernſt iſt, wie ihre Seele, leidenſchaftlich und erhaben, wie ihr Charakter. Ottilie dagegen war ganz die echtweihliche Frau, die zarte ſich