Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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welchem man mich vorbereitete, hatte etwas mir Wider⸗ wärtiges und paßte auch nicht zu meinem ſchwachen Kör⸗ verbau, und noch weniger zu meiner unwiderſtehlichen Neigung zu Studien und Geiſtesübungen, welche noch täg⸗ lich zunahm. Der Beichtvater meines Herrn, ein guther⸗ ziger Mann, der meinen täglichen Streit zwiſchen Pflicht und Beruf ſah, rieth, mich meinen Weg gehen zu laſſen. Die Hochſchule von Wittenberg begann damals zu bluhen, und nach einiger Vorbereitung ſandte man mich dahin. Das war offenbar eine Führung des Himmels. Im Jahre 1517 kam ich nach Wittenberg; ich ſollte mich da den klaſſiſchen Studien widmen und nicht der Theologie, weil dies Fach weniger zu dem Stande paßte, für den der Graf mich beſtimmte. Doch aber lernte ich ihn kennen, den erhabenen Mann, den großen, mächtigen Reformator, der „ doch vergebt mir, Enriquez, ich will Euch nicht verletzen; aber ſo ruhig über ihn zu ſprechen, das iſt mir ſehr ſchwer. Er gab damals gewöhnlich Vorleſungen über die Bibel, etwas Fremdes, Neues, welches gerade darum uns junge Leute beſonders anzog. O Ihr hältet ihn ſehen müſſen, wenn er ſprach! ſo ganz voll hoher Begeiſterung, ſo voll Ueberzeugung von den Wahrheiten, welche er uns erklärte, Ihr hättet ihn hören müſſen mit der hellen, durchdringenden Stimme, die traf und rührte, und mit unwiderſtehlichem Drange hinriß, mit der Sprache voll Kraft und Kernhaftigkeit, von der jeder Satz ein Sieg über blinden Aberglauben und ſcholaſtiſche Spitzfindigkeit war. Ich hatte das unſchätzbare Vorrecht, von ihm be⸗ merkt zu werden; ſeitdem verlor ich ihn nicht mehr aus dem Auge, und um mich ihm noch feſter anſchließen zu können, weihte ich mich ganz den theologiſchen Studien. Er intereſſirte ſich ſo ſehr für mich, daß er mich eines beſondern Unterrichts würdigte. Oft beſuchte ich ihn in ſeiner Zelle im Auguſtiner⸗Kloſter; dann war er der hei⸗ tere, vertrauliche, theilnehmende Freund, dann entſtrömten ſelbſt fröhliche, aufmunternde, ja ſcherzende Worte den