Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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quez, werdet Ihr das Wort der Verwerfung ausſprechen, ohne es reiflich erwogen zu haben? Ich fürchte Euren Pater Lucian nicht, der komme nur und ſtreite mit mir; aber Ihr ſolltet prüfen und zuſehen, ob meine Worte nicht vielleicht gut ſind. Oder wolltet Ihr dem Freunde mißtrauen, deſſen Vertrauen Ihr erlocktet?“

„Nein, das werde ich nicht, Paul; nein, das kann ich nicht!“ rief Enriquez, ſich an jenes Bruſt werfend. „Nein, ein ſo edler Menſch, wie Ihr, kann nicht, wie mein Beichtvater ſagte, ein Geſandter der Hölle und des Verführers der Menſchen ſein; nein, Ihr tragt nicht das Merkmal des Satans, von dem er ſpricht; nein, das Böſe iſt nicht in Euch, und wenn Ihr irret, dann kehrt Ihr ſicherlich noch zurück. Ich kann Euch nicht unterrichten, aber Weiſere und Frömmere werden es thun, und dann kehrt Ihr zurück zu unſerer lieben Mutter, der Kirche, mit Reue und Buße im Herzen, und ſie empfängt Euch als willkommenen Sohn. Aber ich bitte Euch, ſagt mir, wie Ihr zu dem Allen gekommen ſeid; als ich mich nach der Geſchichte Eures Lebens ſehnte, geſchah dies aus Theilnahme, wahrlich nur aus Theilnahme.“

„Wohlan, ich ſchenke kein Vertrauen halb, auch habe ich nicht nöthig, einen Schleier über mich zu decken. Ich habe Euch ſchon geſagt, daß ich nichts von meinen Eltern weiß. Ich wurde am Hofe des Grafen von Mansfeld erzogen, und blieb daſelbſt bis zu meinem ſechzehnten Jahre als dienender Edelknabe, ohne je etwas über meine Abkunft zu erfahren. Der Graf ſagte, ich ſei das Kind eines ſeiner Vaſallen, welches man in einem geplünderten Dorfe gefunden, und das er zu ſich genommen hätte; An⸗ dere, deren Blicke und halben Worte ich verſtand, nann⸗ ten mich ſeinen Sohn; doch glaube ich nicht, daß ich dieß ſein kann, denn er hewies mir keine beſondere Zuneigung oder Aufmerkſamkeit, dagegen war die Gräfin mir eine Mutter. Früh ſchon bewies ich eine große Vorliebe zu ſtillem Betrachten und Sinnen, und der Kriegerſtand „zu