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daß es nicht ſo iſt!“ — und der gute Enriquez erhob flehend die Hände zu ihm.
„Eure Bekümmerniß iſt ein Zeichen eines edeln Her⸗ zens, guter Enriquez,“ erwiederte Paul ſanftz „aber Ihr ſeid im Irrthum befangen und verurtheilt, was Ihr nicht kennt. Ihr irrt, wenn Ihr in dem Manne, den ich nannte, einen Feind der Kirche und Chriſti ſeht, wenn Ihr ihn einen Ketzer nennt. O wenn Ihr wüßtet, wie wehe ihm das Wort thut, wie wenig es für ihn paßt. Er iſt nicht einmal ein Feind des Pabſtes und ſeiner Umgebung, ſon⸗ dern nur ihrer Gebrechen, ihrer Anmaßungen, ihrer Er⸗ preſſungen, ihrer Weltlichkeit, ihrer Trägheit und Lauheit im wahren Gottesdienſt, ihrer Abgötterei mit menſchlichen Einſetzungen. Ihr irrt, aber Euer Irren iſt das eines aufrichtigen Gemüths, welches man im Finſtern läßt, und dem man bei unſichern Wegen ein Irrlicht als Führer anweist, ſtatt auf eine treue Fackel hinzudeuten, dem man den einzigen Leitsmann vorenthält, deſſen es bedürfte. O wäre es mir gegeben, Euch zu überzengen, daß Euch das Licht mangelt; möchte ich Euch zu rechter Forſchung in Euch ſelbſt und in der Schrift bringen können! Aber Ihr müßt vorher glauben und für wahr halten, daß ich Euch eine gute Botſchaft bringe, und daß er, der mich ſendet, wahrhaft durch den guten Geiſt geleitet iſt. Saget mir, Enriquez, könnt Ihr in mir den vermeſſenen Böſewicht ſehen, der Gottes Namen zum Zeugniß für das Böſe anrufen ſollte? Habe ich denn ein ſolches Aeußere, und und ſolltet Ihr glauben können, daß ich meinen höchſten Ruhm hinein ſetzte, der Nachfolger eines falſchen Prophe⸗ ten zu ſein, wenn ich nicht die tiefe, innige Ueberzeugung hätte, daß dieſer Mann nicht ſo iſt, wie ihn die Argliſt ſeiner Feinde ſchildert? Es iſt jetzt der Augenblick nicht, Euch ſeine Lehre in all ihren Theilen zu erklären; dazu gehören Stunden, mehre als uns gegönnt ſind. Aber be⸗ merkt Euch nur dieß Eine, und erwägt es; Chriſtus ſelbſt ſagte; Forſchet in den Schriften! und der Pabſt und die


