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unſeres Standes handhaben und was mehr, als all dieß heißen will: ich liebe Euch vor Allen. Und Du denn?“ frug ſie mit ſüßem Lächeln.
„Ich werde ſo glücklich ſein, wie meine kühnſten Hoff⸗ nungen es mir prophezeiten,“ erwiederte er mit einem Ent⸗ zücken, welches er nicht bewältigen konnte und von dem Blick und Geſichtsfarbe zeugten; und ungeſtüm küßte er die kleine weiße Hand, welche nun die ſeine werden ſollte, und rief mit einer Innigkeit, welche ihm viel natürlicher war, als die frühere erzwungene Kälte:
„Ottilie, meine Ottilie auf ewig! Der Gott, der mich hört, und alle ſeine guten Heiligen wiſſen, welch ein zärtlicher und treuer Gemahl ich Euch werden will. Und was ich für Euch ſein kann, das hoffe ich Euch mehr mit Thaten, als mit ſchwachen Worten zu be⸗ weiſen.“
„So kommt denn, mein Arnold, und laßt uns eilen, den Andern zu ſagen, was ſie zu wiſſen nun ein Recht haben.“
„Welchen Andern?“
„Meinen Freunden und Freiwerbern, die alle im großen Bankettſaale vereinigt ſind. Ich rief Enriquez, um mich herein zu führen; in dem Augenblicke war ich muthlos und getäuſcht, denn ich fürchtete, Euch nicht hier zu ſehn. Jetzt gebt mir den Arm, mein feiner Herr!“
„Ottilie!“
„Nicht wahr, ich fordere eine ſtarke Probe Eures Muthes. Ich weiß, daß Euch der nicht verdächtig iſt. Darum, wenn Ihr wollt, laßt uns gehn, und ſie ſollen ſehn, daß ein kaiſerlicher Hauptmann und Bürger von Uutrecht das Haupt inmitten des Adels erheben kann, und daß er Ihnen Achtung abzutrotzen weiß, denn jetzt bin ich ſtark.“
Und ſein faſt ſchwermüthiges Antlitz erſchien ſtolz, eines gebornen Reichsfürſten würdig, als er ſeine Ottilie am Arme in die Mitte des Feſtſaales führte.


