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lie, indeß ſie den Freund zu einem Sitze führte, im Tone ſanften Verweiſes:
„Ihr kommt ſehr ſpät, mein Arnold. Ich wagte ſchon nicht mehr für heute auf Euch zu rechnen; Eure Gegenwart iſt mir ſo ſehr erwünſcht, und wird auch ſehr nützlich ſein. Ihr kommt von Utrecht .. . . .
„Dießmal von Dordt, Ottilie, Ihr ſeht einen kaiſerlich gräflichen Hauptmann vor Euch.“
„Ach, das iſt eine freundliche Ueberraſchung von Euch,“ fiel ſie heiter ein, jetzt erſt auf ſeine Kleidung achtend. „Und wie gut ſteht Euch das Kriegerkleid. Hört, ich will Euch ein koſtbares Tragband zu dem Schwerte ſticken. Ihr habt mit Meiſter Florisz geſprochen? Dann ſeid Ihr entſchuldigt wegen des langen Ausbleibens.“
„Ich habe den Penſionar geſprochen,“ wiederholte er, wie wenn er viel Gewicht auf die Worte lege.
„Und 2“ frug ſie, erröthend die Augen niederſchlagend.
„Er bat mich, Euch ſeine ſchriftliche Antwort zu bringen,“ entgegnete er, einen aufgerollten Brief hervor⸗ langend, den er ihr gab, nachdem er ihn zuvor geküßt hatte, eine feine Höflichkeit jener Tage.
„O der ſchalkiſche Vormund!“ rief ſie, mit weibli⸗ cher Haſt das rothe Wachs löſend; dann durchlief ſie die Zeilen ſchnell, indem ſie faſt mit dem Ende anfing und gab ihm den Brief zurück.
„Ich dachte es mir, meine Theuerſte,“ ſprach er, nachdem er ihn geleſen. „Aber ich bitte Euch, laßt uns ein ernſtes Wort zuſammen ſprechen, ehe wir weiter gehen, Ihr zweifelt nicht an meiner Liebe, Ihr koͤnnt nicht an einer Treue zweifeln, die während zweier Jahre ſo viel⸗ fach erprobt wurde. Ich habe ſtets an die Eure geglaubt und der Glaube iſt zu meinem Glücke unentbehrlich ge⸗ worden. Aber hört, was ich zu mir ſelbſt ſprach, als ich hierher ritt und zwar mit der Ueberzeugung, daß Euer Vormund eingewilligt haben werde. Du haſt Ottilie zur Gattin begehrt, ſagte ich zu mir. Sie willigte ein,


